Die Hansa-Schüler traf es dabei hart: Syrien zu sein ist schon deshalb nicht die angenehmste Aufgabe, weil Briten oder US-Amerikaner die deutlich besseren Plätze im Uno-Auditorium haben. Als kleines nahöstliches Land sitzt man eher am Rand.
Noch schwieriger aber wird es, wenn man sich für Dinge einsetzen muss, die einem privat eigentlich gar nicht einleuchten - auch das dürfte einigen echten Diplomaten vertraut sein: Bei der Athener Konferenz wurde eine Resolution verhandelt, bei der es um Schutz für sexuelle Minderheiten ging. Was sagt man als Vertreter eines arabischen, islamisch geprägten Landes dazu? Die Hansa-Schüler mussten ablehnen. Die Resolution kam trotzdem durch.
Natürlich besteht eine Uno-Konferenz nicht nur aus Abstimmungen, und auch in Athen gab es Partys, Ausflüge und ein ordentliches Abschiedsfest mit griechischer Folklore. In der richtigen Uno heißt so etwas "informeller Bereich", und alle erfahrenen Diplomaten wissen, dass in diesen Stunden oft die besten Abkommen geschlossen werden.
Für die Schüler war es ähnlich, schließlich kommt man sich in einer Eisdiele in Athen viel näher als in einem grauen Veranstaltungsraum. Manchmal findet man sogar Freunde. Und kann zeigen, dass die Politikverdrossenheit bei Jugendlichen ein Märchen ist.