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22.01.2009, 20:56
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Klaus Zumwinkel: Büßen in Bochum
Er galt als Grandseigneur der deutschen Wirtschaft, als Ehrenmann, Vorbild. Seit der Affäre um hinterzogene Steuermillionen ist die Fassade des Klaus Zumwinkel zerstört. Vor Gericht bleibt dem gefallenen Post-Chef nur eins: Seine Schuld zu gestehen.
von Matthias Lambrecht und Kirsten Bialdiga (Bochum)
Es ist der Mann von der Post, dem sich alle Mikrofone entgegenrecken. Heinz-Otto Labudda schwitzt im Licht der Kamerascheinwerfer. Er hat sich seine blau-gelbe Dienstjacke angezogen und beantwortet die Fragen der Journalisten.
Aus Gevelsberg ist Labudda am Freitag ins Landgericht Bochum gekommen. 42 Jahre lang hat er für die Post gearbeitet, jetzt will er seinen ehemaligen Chef vor Gericht sehen. "Je höher die Clique spielt, desto größer die Deals", fasst er seine Erwartungen an den ersten Prozesstag im Steuerstrafverfahren gegen
Klaus Zumwinkel zusammen. "Das find ich nicht gut."
Dem Angeklagten bleibt der Gang vorbei an den TV-Teams erspart. Zumwinkel wird durch einen Seiteneingang in den Saal C 240 geführt und sitzt schon im grauen Anzug auf der Anklagebank, als die Besucher ihre Plätze einnehmen. Sein letzter öffentlicher Auftritt liegt fast ein Jahr zurück.
Damals verließ er flankiert von Staatsanwältin und Anwalt seine Villa in Köln-Marienburg. Irgendjemand hatte zuvor die Presse informiert, Kameraleute und Fotografen warteten schon. Am Morgen des 14. Februar hatten die Ermittler mit einem Durchsuchungsbeschluss an seiner Tür geklingelt. Ihr Verdacht: Zumwinkel soll Steuern hinterzogen haben.
Klaus Zumwinkel gestand
"Mit diesem Verfahren will ich einen Schlussstrich ziehen", sagt Zumwinkel im Gerichtssaal. Er gesteht die Steuerhinterziehung über eine Stiftung in Liechtenstein. Ein beispielloser Abstieg. Bis zum Besuch der Ermittler gehörte Zumwinkel zu den angesehensten Wirtschaftsführern des Landes: der dienstälteste Manager eines Dax-Konzerns, der 18 Jahre lang an der Spitze der
Post stand und die Behörde zum weltgrößten Logistikunternehmen umbaute, zu einem börsennotierten Konzern, der mehr als die Hälfte seines Umsatzes außerhalb Deutschlands erwirtschaftet.
Für seine Karriere hat Zumwinkel gelebt, und er hat alles verloren, auch wenn er nicht um seine Existenz fürchten muss. Geldsorgen brauchte sich der Unternehmersohn nie zu machen. "Es war genügend Auskommen in der Familie" sagt er, als der Vorsitzende der 12. Strafkammer, Wolfgang Mittrup, ihn nach seinem Werdegang befragt. Aber um das Geschäft seines Vaters, der eine Kette von Textilkaufhäusern und Lebensmittelmärkten aufgebaut hatte, hat sich der jüngere der beiden Söhne nie so recht gekümmert. Das Jahr des Verkaufs der Familienfirma hat er nicht im Kopf. Der Käufer, die Rewe-Gruppe, fällt ihm erst nach einigem Nachdenken ein.
Teil 2: Mitglied bei den Simulaunern
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Aus der FTD vom 23.01.2009
© 2009 Financial Times Deutschland,
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