Marodes Merckle-Imperium:Doch Kündigungen bei Ratiopharm
Die Firmen des verstorbenen Industriellen Adolf Merckle kämpfen ums Überleben: Bei Ratiopharm soll es nun doch betriebsbedingte Entlassungen geben. Weltweit sollen 600 Jobs wegfallen. In Deutschland geht es um 200 Mitarbeiter.
Ratiopharm wird im Rahmen eines großflächigen Stellenabbaus betriebsbedingte Kündigungen nicht vermeiden können, teilte der Generikahersteller mit. Das noch zur hocherschuldeten Merckle-Gruppe gehörende Unternehmen hatte bereits zuvor angekündigt 600 seiner weltweit 5400 Stellen abzubauen. In Deutschland sind 200 der 2850 Mitarbeiter betroffen. Nach bisheriger Planung wollte Ratiopharm dabei allerdings ohne Entlassungen auskommen. Wie viele Mitarbeiter ihre Jobs nun durch Kündigungen verlieren werden, teilte der Konzern nicht mit.
Die "Südwest Presse" berichtete, der Stellenabbau habe nach Angaben von Ratiopharm-Chef Oliver Windholz nichts mit dem geplanten Verkauf des Unternehmens zu tun. Die Entscheidung sei schon im Sommer 2008 gefallen.
Die Gruppe des Anfang des Jahres verstorbenen Industriellen Adolf Merckle war Ende 2008 in eine finanzielle Schieflage geraten. Auf Druck der Gläubigerbanken muss die Familie sich nun von einem Teil ihrer Firmen trennen. Neben dem Generikahersteller Ratiopharm gehört der Baustoffkonzern Heidelberg Cement und der Arzneimittelhändler Phoenix dazu. Experten zufolge werden die Banken in der jetzigen Wirtschaftslage Geduld aufbringen müssen, bevor sie einen Käufer finden, der bereit ist, einen angemessenen Preis für die Merckle-Firmen zu zahlen.
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