Das Blutbad von Aurora schockt die USA - und vor allem ihre Filmindustrie. Direkter Betroffener: Warner Bros. Das Unternehmen bringt den neuen "Batman" in die Kinos und zeigte sich in einer ersten Stellungnahme geschockt: "In dieser tragischen Stunde geht unsere aufrichtige Anteilnahme an die Familien und Freunde der Opfer." Bei dem Amoklauf in der Stadt nahe Denver waren bei einer Premiere des neuen Batman-Films "The Dark Knight Rises" am Freitag zwölf Menschen gestorben.
Dabei sollte der Film ein Fest für die Warner-Kassen werden - und für die der Kinobetreiber. Und der Start war verheißungsvoll. "The Dark Knight Rises" hatte nach ersten Schätzungen in der Nacht zum Freitag in den USA Spitzeneinnahmen erzielt. Die Branchenblätter "Variety" und "Hollywood Reporter" bezifferten die Mitternachtseinnahmen nur bis zu 30 Mio. Dollar (umgerechnet knapp 25 Mio Euro). Der Film war in 3700 US-Kinos angelaufen, am Wochenende soll er in mehr als 4400 Lichtspielhäusern gezeigt werden. Vor dem Amoklauf hatten Experten einen Umsatz von 198 Mio. Dollar an dem ersten Wochenende erwartet. Warner Bros. hatte für den Film geschätzte 250 Mio. Dollar ausgegeben. Das Unternehmen will aus Respekt vor den Opfern erst am Montag und nicht wie üblich bereits am Wochenende Umsatzzahlen für den Film bekanntgeben.
Laut Warner Bros. soll er weiterhin in allen Kinos laufen. Insider berichten, dass der Konzern jedoch einige TV-Spots für "The Dark Knight Rises" zurückzustellen will. Zwei Versionen der Werbespots sollen bereits ganz aus dem Programm entfernt worden sein. Diese zeigen vor allem Bane, den Bösewicht des Films, der ähnlich wie der Amokläufer James Holmes sein Gesicht mit einer Gasmaske verdeckt hält. Für die angesetzte Premiere des neuen Films "Gangster Squad" mit Sean Penn und Ryan Gosling im September hat das Filmstudio jedoch die Handbremse gezogen. Der Film beinhaltet eine Szene, in der die Figuren in einem Kino um sich schießen.
Auch die "Batman"-Premiere in Paris sowie Interviewtermine mit Regisseur Christopher Nolan und Batman-Darsteller Christian Bale wurden abgesagt. Nach einem Bericht der "Los Angeles Times" sollen die Premieren in Tokio und Mexiko City ebenfalls abgesagt werden.
Nach der Bluttat sackten die Aktien der großen US-Kinobetreiber ab. Die Aktie der Cinemark Holdings, die das Plano, das Kino in Aurora betreiben, fiel um 4,6 Prozent - der größte Verlust seit August 2011. Die Aktie des größten US-Kinobetreibers Regel Entertainment sank um 4,4 Prozent, die von Imax um 1,6 Prozent.