Die Schweizer Großbank
UBS hat sich im Steuerstreit mit den US-Justizbehörden auf die Zahlung von 780 Mio. $ (622 Mio. Euro) geeinigt. Das teilten die Behörden und das Kreditinstitut am Mittwochabend mit.
Außerdem erklärte sich die Bank in einem für die Schweiz beispiellosen Schritt bereit, den US-Ermittlungsbehörden Daten amerikanischer UBS-Kunden auszuhändigen.
Ein entsprechender Vergleich zwischen UBS und der amerikanischen Staatsanwaltschaft wurde am Mittwoch laut Justizministerium von einem Bundesrichter in Fort Lauderdale im Bundesstaat Florida gebilligt.
Die Entscheidung ist ein Schlag gegen das Schweizer Bankgeheimnis, das von dem Land und seinen Banken entschlossen verteidigt wird. Dass die UBS eine der bislang höchsten Zahlungen in einem solchen Fall leisten muss, belegt andererseits den Nachdruck, mit dem die US-Behörden gegen Steuerflucht vorgehen. Für die Schweizer Großbank, die vergangene Woche für 2008 einen Rekordverlust gemeldet hatte, ist der Fall nicht nur teuer, sondern auch aus einem anderen Grund brisant: Das Geschäft mit vermögenden Privatkunden - Kernfeld des Instituts - basiert auf Vertrauen und einem tadellosen Ruf. Die UBS hat schon nach den Verlusten im Investmentbanking unter einem Vertrauensverlust von Kunden zu leiden.
Die US-Behörden wollen im Gegenzug zur Erfüllung der eingegangenen Verpflichtungen auf eine Strafverfolgung verzichten. Die Justizbehörden hatten der Bank vorgeworfen, reichen Amerikanern systematisch bei der Steuerhinterziehung geholfen zu haben. Es soll dabei um Guthaben im Wert von 18 Mrd. $ gehen. Dem Fiskus könnten in diesem Zusammenhang 300 Mio. $ Steuern entgangen sein.