Vor allem die Nebenerwerbsgründungen waren stark rückläufig. 760.000 Menschen machten sich 2004 als Teilzeitchef selbstständig, das waren etwa 22 Prozent weniger als im Vorjahr. In der schwierigen Konjunkturlage „verzichten oder verschieben Menschen in abhängiger Beschäftigung häufig ihre Pläne für eine selbstständige Tätigkeit“, hieß es bei der KfW.
Die Zahl der Vollerwerbsgründungen blieb mit 670.000 dagegen nahezu unverändert. Der Anteil der Gründer an der Bevölkerung im erwerbsfähigen Alter sank laut KfW von 2,3 Prozent im Jahr 2003 auf nun 2,0 Prozent. Jeder dritte Existenzgründer startete 2004 aus der Arbeitslosigkeit, unter den Vollerwerbsgründern war sogar jeder zweite zuvor arbeitslos. Besonders hoch war der Anteil der Gründer ohne Arbeit mit 53 Prozent in Ostdeutschland, in den alten Bundesländern lag er bei 28 Prozent.
Trend zu Kleingründungen ungebrochen
Der KfW zufolge hält der Trend zu Kleinstgründungen weiter an: Rund 60 Prozent aller Gründer benötigten im vergangenen Jahr weniger als 5000 Euro für den Schritt in die Selbstständigkeit. 32 Prozent hätten sogar überhaupt keinen Finanzierungsbedarf. Zugleich sank die Zahl der Gründer mit Finanzierungsschwierigkeiten. 2003 stieß den Angaben zufolge noch jeder vierte Gründer auf Probleme bei der Finanzierung. Im vergangenen Jahr war es nur noch jeder Fünfte.
Erstmals untersuchte die KfW auch die Motivation der Unternehmensgründer. Trotz der steigenden Zahl von Gründungen aus Arbeitslosigkeit heraus, sei die Mehrzahl nicht von der Not motiviert, sagte KfW-Vorstandssprecher Hans Reich. 90 Prozent aller Gründer gaben an, dass sowohl erwartete Chancen als auch eine persönliche Notlage bei der Entscheidung zur Selbstständigkeit eine Rolle gespielt hätten.
Deutlichen Einfluss auf die Anzahl der Mitarbeiter bei der Firmengründung haben Ausbildung, Berufserfahrung und Beschäftigungsstatus des Gründers. So starten ehemalige Geschäftsführer sowie Facharbeiter mit mehr Mitarbeitern als diejenigen, die vorher nicht erwerbstätig waren.