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Merken   Drucken   02.03.2009, 08:06 Schriftgröße: AAA

100 Mrd. Dollar Verlust: USA warnen schon vor neuen AIG-Hilfen

Die Regierung muss den Versicherungskonzern mit weiteren 30 Mrd. $ stützen. Grund ist ein Rekordverlust im Schlussquartal 2008. Doch AIG könnte noch mehr Geld benötigen, falls die Märkte nicht zur Ruhe kommen, warnen Finanzministerium und Notenbank.

Das Finanzministerium stellt eine neue Fazilität im Volumen von 30 Mrd. $ bereit, die AIG nach Bedarf abrufen kann. Im Gegenzug erhält der Staat weitere Vorzugsaktien. Zugleich wird die bereits 150 Mrd. $ umfassende Unterstützung des einst weltgrößten Versicherers neu geordnet.

Das teilten das Finanzministerium und die US-Notenbank Fed am Montag mit - und warnten vorsorglich vor weiteren Belastungen: Es werde Zeit brauchen, um das Unternehmen auf geordnete Weise zu restrukturieren und neu auszurichten - und "womöglich neue Unterstützung durch die Regierung", falls sich die Finanzmärkte nicht stabilisierten.

Grund für die neue Geldspritze war der horrende Verlust von 61,7 Mrd. $ im vierten Quartal 2008, den AIG  am Montag meldete. Es ist der größte Quartalsverlust in der US-Wirtschaftsgeschichte. Im Gesamtjahr summierte sich der Fehlbetrag auf 99,3 Mrd. $. Der Konzern konnte zudem aufgrund der schweren Krise nicht wie geplant genug Unternehmensteile verkaufen, um die Hilfen zurückzuzahlen. Die Regierung stützt AIG, da ein Zusammenbruch aufgrund der Verflechtungen des Versicherers für neue weltweite Turbulenzen an den Finanzmärkten sorgen würde.

Im Gegenzug für die Hilfsleistungen überträgt AIG die Mehrheitsanteile an den beiden Lebensversicherungssparten AIA und Alico an die Notenbank des Bundesstaats New York. AIA gilt als Kronjuwel unter den asiatischen AIG-Sparten. AIG behalte die Kontrolle über AIA und Alico, hieß es in der Mitteilung. Die New York Fed werde aber gewisse Rechte erhalten, um ihre Interessen zu wahren. Durch diese Umstrukturierung solle ein vorheriger Kredit von knapp 40 Mrd. $ zurückgezahlt werden. Dadurch wird die direkte Kreditlinie der Regierung für AIG auf minimal 25 Mrd. $ zurückgefahren. Die Regierung wandle zudem 40 Mrd. $ an Vorzugsaktien in Anteile um, "die Stammaktien ähneln", hieß es in der Erklärung.

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Der Staat hält an der AIG-Holdinggesellschaft nach einer Rettungsaktion im Herbst des vergangenen Jahres bereits rund 80 Prozent. Die neuen 30 Mrd. $ sollen aus dem Hilfsfonds für die Finanzbranche (TARP) kommen. Damit würde AIG mit insgesamt 70 Mrd. $ ein Zehntel des TARP-Volumens zukommen.

Dem Versicherer drohte zuletzt eine Herabstufung des Kreditratings. Das hätte AIG gezwungen, Milliarden als Sicherheiten bei Finanzgeschäften nachzuschießen. Diese Gefahr rief erneut die Regierung auf den Plan, die im vergangenen Herbst bereits mehrfach ihre Hilfen an das Unternehmen aufstocken musste.

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  • FTD.de, 02.03.2009
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