Soffin-Chef Hannes Rehn verteidigte die neue Bürgschaft. "Was wir hier tun, schafft die Voraussetzung dafür, dass die HRE künftig selbst zukunftsfähig ist und keiner weiteren Hilfen des Steuerzahlers und der öffentlichen Haushalte bedarf", sagte er im ZDF.
Bankchefin Manuela Better hatte noch vergangenen Mittwoch den Eindruck erweckt, dass die HRE gut dasteht. Schon für 2011 sei wieder ein Gewinn möglich. In die Bad Bank würden statt geplanten 210 nur bis zu 185 Mrd. Euro ausgelagert, so Better. "Der Auftritt war sehr ungeschickt und hat uns überhaupt nicht gefallen", hieß es im Umfeld des staatlichen Bankenrettungsfonds.
Die Auslagerung von Risiken in die Bad Bank ist laut Soffin mit hohen Risiken verbunden. Sehr viele Forderungen lägen im Ausland und lauteten auf Fremdwährungen. Beim Transfer könne es zu Fehlbuchungen kommen. Auch seien Liquiditätsengpässe durch ungünstige Entwicklungen an den Märkten möglich, hieß es.
Ein Problem ist der jüngste Zinsanstieg an Europas Staatsanleihemärkten. Die HRE ist hier mit 73 Mrd. Euro besonders stark exponiert. Wegen der Schuldenkrise haben Papiere kritischer Länder teils stark an Wert verloren.
Unterdessen wächst in der EU die Sorge, dass Irland bald den europäischen Rettungsschirm in Anspruch nehmen muss. Finanzminister Brian Lenihan hat nach FTD-Informationen kürzlich im Finanzministerrat gewarnt, allein die Bilanzsumme der angeschlagenen Anglo Irish Bank liege bei über 40 Prozent des irischen Bruttoinlandsprodukts. Sollten irische Banken Staatsgarantien in Anspruch nehmen müssen, könne das Irlands Haushalt überfordern, hieß es in Kreisen der Minister.