Der Vorstandssprecher der Deutschen Bank, Josef Ackermann
Auch bei der Citibank und Dresdner hatte Ackermann ein wenig mitgemischt. Doch das war nur Geplänkel. "Die hatten von Anfang an voll auf die Postbank gesetzt", sagt ein Berater. "Hätten sie die Citibank wirklich haben wollen, wäre das kein Problem gewesen." Das Gleiche gilt für die Dresdner. Lange bietet Ackermann mit. Letztlich aber ist ihm das Risiko zu groß.
Da strahlt die Postbank einen ganz anderen Charme aus. Sie bietet etwas, das in Krisenzeiten hochattraktiv ist: Kundeneinlagen in dreistelliger Milliardenhöhe, ein Kapitalpolster also. Hinzu kommt die Vertriebsmacht der Postbank mit ihren 14 Millionen Kunden. Und: Das stabile Privatkundengeschäft der Bonner mindert die Abhängigkeit der Deutschen Bank vom Investmentbanking, das in der Finanzkrise Milliarden verbrannt hat. Bei diesen Fakten gingen auch Anshu Jain, dem Chef des Wertpapierhandels, die Gegenargumente aus. Er war immer gegen den Kauf der drögen Postbank mit dem Billig-und-bieder-Image.
Der Anstoß für den Deal kommt im November 2007 vom damaligen Post-Chef
Klaus Zumwinkel . "Wir glauben in diesem Moment, dass wir die besten Eigentümer für die Postbank sind", sagt er. Warum nur "in diesem Moment"? Nach Zumwinkels Worten springt die Postbank-Aktie um 17 Prozent in die Höhe und klettert auf rund 67 Euro Ende Februar. Eine Übernahme wird unwahrscheinlich, jeder Euro, den die Aktie zulegt, macht den Deal schwieriger.