Lob für Rürup-RenteDie Basis- oder Rürup-Rente ist selbst bei den Versicherern umstritten. Sie wird als Leibrente zwar steuerlich stark gefördert, hat aber einige Handicaps. So darf sie nicht vorzeitig gekündigt werden, kann nur als Rente - nicht als Einmalbetrag - ausgezahlt werden und ist auch nicht vererbbar. Wer sich mit 30 Jahren für einen Rürup-Vertrag entscheidet, hat sich für sein ganzes Leben gebunden, wenn er nicht sein eingezahltes Geld einfach wegwerfen will. Entsprechend groß ist die Skepsis bei den Vertriebsleuten.
Der Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) lehnte noch Ende 2003 die Rürup-Rente ab. "Vor allem Versicherte mit Familie dürften kaum akzeptieren, dass im Fall ihres Todes die eingezahlten Beiträge für ihre Angehörigen verloren gehen", urteilte der Verband. Nun hat er einen wundersamen Sinneswandel durchgemacht und lässt sich dazu hinreißen, die Rürup-Rente öffentlich zu loben - mangels Alternativen. GDV-Präsident Bernhard Schareck sieht für die Rürup-Rente neuerdings gute Chancen, handele es sich dabei doch um "ein privates Abbild der sicheren gesetzlichen Rente". Vor allem für Singles sei das Angebot attraktiv.
Schon jetzt plant der Verband eine große PR-Kampagne, die entsprechende Aktionen der Unternehmen stützen soll. "Der GDV stellt sich der gesellschaftlichen Aufgabe, die private Rente (private Altersvorsorge) in Deutschland zu etablieren", heißt es im internen Kampagnenplan. Der Verband will keine Produktempfehlung abgeben, sich aber von Fonds und Immobilien abgrenzen. "Private Rente ist Lebensversicherung", so der Slogan.