Candover-Chairman, Gerry Grimstone, muss wegen hoher Abschreibungen und Beinahepleiten die Investitionen vorübergehend einstellen
Vorbei. Die Exzesse der jüngeren Vergangenheit werden sich auf absehbare Zeit nicht wiederholen, darin ist sich die Szene einig. Die gescholtenen "Heuschrecken" hängen selbst am Fliegenfänger. "Wir erwarten eine Konsolidierung. Es wird einige Gesellschaften geben, die keine weiteren Fonds mehr auflegen werden", sagt Katharina Lichtner, Geschäftsführerin des auf Private Equity spezialisierten Vermögensverwalters Capital Dynamics. "Vor allem Private-Equity-Firmen, deren Portfoliofirmen durch hohe Schulden in Schwierigkeiten sind oder abgeschrieben werden müssen, geraten massiv unter Druck."
Wie Candover. Im Portfolio der Briten häufen sich die Problemfälle. So ist Candover für eine der spektakulärsten Beinahepleiten in Europas Private-Equity-Branche verantwortlich: die des italienischen Luxusjachtenherstellers Ferretti. Vor zwei Jahren, auf dem Höhepunkt des Booms, hatte Candover Ferretti für 1,7 Mrd. Euro vom britischen Rivalen Permira übernommen - viel zu teuer aus heutiger Sicht. Im vierten Quartal 2008 brachen Ferrettis Umsätze weg, dem mit 1,2 Mrd. Euro verschuldeten Jachtbauer droht nun die Pleite. Rettung verspricht allein der Gründer Norberto Ferretti, der seiner Ex-Firma die dringend nötige Geldspritze gewähren will.
Ähnlich wie Candover geht es auch anderen Finanzinvestoren. So hat sich der US-Investor Cerberus mit den Investments in den sanierungsbedürftigen Autobauer Chrysler und den Autofinanzierer GMAC verhoben. In Europa müssen die Amerikaner unter anderem herbe Wertverluste bei ihrem Investment in die Wiener Bank Bawag verkraften, die um Staatshilfen in Milliardenhöhe verhandelt.