Ron Dembo gründete den Risiko-Management-Anbieter Algorithmics
Auf der Dachterrasse seines Hauses steht Ron Dembo, lächelt, sagt: "Risiko ist ja auch Chance." Dann geht er Kaffee holen. Sein Lächeln könnte zynisch gewesen sein. Das Haus, schmal, aus Holz, in einer ruhigen, grünen Gegend Torontos, hat vier Stockwerke und steile Treppen.
Es dauert mit dem Kaffee. Bald könnte es regnen. Aus dem Fotografen, der dabeisteht, bricht es heraus. "Der Typ ist absolut cool." Könne einfach nicht sein, dass der schuld an der Finanzkrise ist. Dürfe nicht sein. Dieser Mann sei zu nett.
Und doch, verdammt noch mal: Ohne die Hilfe Ron Dembos hätte es diese Krise vielleicht nicht gegeben.
So einfach ist das.
Diese Illusion, Risiko ganz zu beherrschen, die Hauptursache der Krise, die hat er geschaffen. Da kann der Mathematiker, der frühere Yale-Professor noch so nett sein, so gut aussehen, mit 59 Jahren wie ein Junge mit grauen Haaren wirken, Fakt ist: Dembo hat Algorithmics gegründet, den weltweit größten Anbieter für Risikomanagement für die Finanzbranche. Sitz in Toronto.
Auf ihrer Homepage listet die Firma mehr als 300 Kunden auf. Da stehen, und das ist nur eine Auswahl der deutschen Kunden:
Hypo Real Estate , DG Hyp, Helaba,
Commerzbank ,
Allianz , Bayerische Landesbank, Landesbank Baden-Württemberg, Landesbank Hessen-Thüringen, Bankgesellschaft Berlin,
Deutsche Postbank ,
Deutsche Bank , Sal. Oppenheim,
SEB , Deutsche Schiffsbank, HSH Nordbank, Union Investment. Und andere. Die +Royal Bank of Scotland+ ist auf der Liste. Isländische Banken.