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10.05.2009, 18:25
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Händel im Ländle
Dossier
Der Abgang von LBBW-Chef Siegfried Jaschinski gerät für die Regierung Oettinger und die Sparkassen zum Debakel. Für die Landesbanken endet eine Ära: Die Zeit der Größe und des Größenwahns ist endgültig vorbei. Nun wird fusioniert.
von Meike Schreiber (Frankfurt), Nikolai Fichtner (Berlin) und Sven Clausen (Hamburg)
Es ist ein strahlender Tag, als der Chef das letzte Mal in Ruhe die Zahlen verkündet. Die Frühlingssonne scheint durch die hohen Fenster des LBBW-Konferenzforums, und
Siegfried Jaschinski sieht das gute Wetter Ende März als ein hoffnungsfrohes Zeichen. "Wir gehen weiter voran, trotz widriger Umstände", sagt er. "Das sonnige Wetter ist vielleicht ein Vorbote für das Gesamtjahr." Es ist nicht seine erste Fehlprognose - aber einer seiner letzten.
Einen Monat später strahlt der Himmel wieder in hellem Blau über Stuttgart, doch es ist ein Tag, der für Jaschinski düster wird. Am Freitag ist um 11 Uhr offiziell, was seit einigen Tagen erwartet wird: Siegfried Jaschinski, seit 2005 Chef der Landesbank Baden-Württemberg (LBBW), muss gehen. Sein Nachfolger wird Hans-Jörg Vetter, der Sanierer der Landesbank Berlin (LBB). Es ist mehr als ein Personalie, eine Ära geht zu Ende - und sie endet im Chaos.
Mit Siegfried Jaschinski verlässt der letzte Vertreter einer Riege von Landesbankern die Bühne
Mit Jaschinski verlässt der letzte Vertreter einer Riege von Landesbankern die Bühne, die vor allem eines werden wollten: groß. Dort, wo die Größe zu Größenwahn wurde und das Wachstum zur Überdehnung führte, sind sie allesamt gescheitert: Thomas Fischer, Chef der WestLB, Herbert Süß (Sachsen LB),
Werner Schmidt (BayernLB) und
Hans Berger (HSH Nordbank). Sie alle stürzten, weil sie Fehler machten und sich überschätzten, weil sie Milliarden verloren und versenkten.
Nun also Jaschinski, der am Stammsitz in Stuttgart "der letzte Mohikaner" genannt wird, der am liebsten in einer anderen Aufzählung gestanden hätte: in einer Reihe von großen Instituten, und da am liebsten gleich hinter der
Deutschen Bank . Die Gründe für seinen Rauswurf sind komplizierter und verworrener - und stehen einmal mehr für die unheilvolle Verquickung von Politik und Landesbanken.
Am Morgen noch hatten die Mitarbeiter demonstriert, rund 1800 standen vor der Zentrale. "Dr. Jaschinski muss bleiben", forderten sie auf Plakaten und "Keine Experimente! Wir wollen Fairness für unseren Chef". Die sollte es nicht mehr geben, auch wenn der vorbeieilende Ministerpräsident Günther Oettinger ein paar Solidaritätsfloskeln in die Runde schwäbelte.
Teil 2: Der Schlusspunkt eines unwürdigen Gezerres
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Aus der FTD vom 11.05.2009
© 2009 Financial Times Deutschland,
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