Die Büros des Sonderfonds Finanzmarktstabilisierung (SoFFin) in einer Villa auf dem Gelände der Deutschen Bundesbank in Frankfurt
Nichts ist klar am Anfang, nicht einmal der Name. Ein Regierungssprecher in Berlin spricht nur unsicher von "der Anstalt", als er Mitte Oktober 2008 die Grundstrukturen des geplanten Bankenrettungsschirms vorstellt. Provisorisch räumt die Bundesbank ein paar Räume in der Villa an der Taunusanlage, wo bislang Zentralbanker aus Entwicklungsländern geschult wurden. Eilig wird der historische Treppenaufgang mit ein wenig Farbe aufgefrischt. "Aber vielleicht mieten sich die Herren auch lieber ein paar Räume in der City oder arbeiten im Hotel", sagt ein hilfloser Bundesbanksprecher. "Wir hängen hier in der Luft."
Schnell werden die 33 Mitarbeiter rekrutiert, die meisten von der Bundesbank, andere von Geldinstituten und Investmentbanken. Sie arbeiten hart, versenden nachts noch Mails an ihre Chefs. Zusätzlich vergibt der Soffin Aufträge an Wirtschaftsprüfer, Kanzleien oder Beratungsfirmen wie Freshfields oder Oliver Wyman.
Angeführt von einem dreiköpfigen Leitungsausschuss, verwaltet der Soffin operativ ein Fondsvolumen von 480 Mrd. Euro, fast 200 Mrd. Euro mehr, als der Bundeshaushalt 2009 beträgt. "An manchen Tagen zeichnen wir hier ein paar Milliarden ab", sagt einer der Mitarbeiter stolz. Man bewege sich in einer Grauzone von Betriebswirtschaft und Politik.