US-Finanzminister Henry Paulson
Furchtbare Wochen liegen hinter Henry Paulson, dem damals wichtigsten Mann der USA. Kollaps von Lehman Brothers, Absturz der Wall Street, das Finanzsystem taumelt. Paulson muss handeln. Seine Lösung: Teilverstaatlichung der Großbanken. Schnell und mit allen Mitteln. Im Internet sind nun Dokumente einzusehen, die zeigen, wie dieser historische Tag verlaufen ist. Originalmails, Gesprächsnotizen und Kopien der Verträge belegen, wie Henry Paulson die mächtigsten Banker der Welt vorführte - und sie öffnen ihrem erstaunten Leser die Augen darüber, wie chaotisch und dilettantisch das Treiben der Finanzelite in dieser weltweiten Krise bisweilen ist.
Bekannt wird dies dank der Internetseite von "Judicial Watch". Die unabhängige Stiftung kämpft für Transparenz in Politik und Wirtschaft, ein Grundrecht, das in den USA größeres Gewicht hat als in Deutschland. Seit Monaten hat Judicial Watch darauf gedrungen, dass Dokumente zum Ablauf des 13. Oktober veröffentlicht werden. Das Finanzministerium wollte das verhindern. Über Monate ging der Streit, noch im Februar behauptete das Ministerium frech weg, es gebe einfach keine Dokumente. Schließlich verloren die Mächtigen vor Gericht - wegen des weitreichenden "Freedom of Information Act". Und so kamen die Peinlichkeiten ans Licht.