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26.07.2007, 20:37
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RestLB
Die einst stolze Landesbank hat sich verzockt. Vorstandschef Thomas Fischer muss zurücktreten, nun gilt das skandalgeschüttelte Institut als Übernahmekandidat. Eine Fusion mit der Landesbank Baden-Württemberg ist nur noch eine Frage der Zeit.
von Nina Luttmer (Düsseldorf)
Lakonischer wurde eine Sensation selten verkauft: "Ich darf die Herren auf dem Podium kurz vorstellen", sagt der Sprecher der WestLB im verglasten Presseraum der Bankzentrale an der Düsseldorfer Friedrichstraße. "Ganz rechts Herr Bentele, Präsident des Rheinischen Sparkassenverbandes. Daneben Herr Stuhlmann als neuer Vorstandsvorsitzender der WestLB."
Thomas Fischer wurde abgewählt
Damit ist heraus, worüber alle Anwesenden tagelang spekuliert haben. Der alte Vorstandschef Thomas Fischer ist gerade auf der außerordentlichen Aufsichtsratsitzung abgewählt worden. Das Ende einer schillernden Karriere. Doch es geht um weit mehr als nur um den Chefwechsel bei der einst mächtigsten Landesbank der Republik. Es geht um die Zukunft des Instituts, um milliardenschwere Fusionen, um die Neuordnung der öffentlich-rechtlichen Bankenlandschaft.
Nach der Vorstellung übernimmt Aufsichtsratschef Rolf Gerlach das Wort, um das "wichigste Ergebnis der außerordentlichen Aufsichtsratssitzung der WestLB" zu bestätigen. "Wir haben genau den richtigen Mann gefunden, um die Bank in ruhiges Fahrwasser zu führen", sagt er.
Der Neue kein Unbekannter: Alexander Stuhlmann
Weg frei für FusionDer Retter ist kein Unbekannter: Alexander Stuhlmann, der frühere Vorstandsvorsitzende der HSH Nordbank. Der Hamburger, der sich 2006 aus dem Bankgeschäft zurückgezogen hat, kehrt nun nach kurzer Pause in einen Chefsessel zurück. In neuer Funktion soll er eine wegweisende Rolle spielen und die Konsolidierung der Landesbanken in Deutschland vorantreiben. Einstimmig sei er für den Vorsitz gewählt worden, heißt es.
Auf der Agenda steht die mögliche Fusion von WestLB und Landesbank Baden-Württemberg (LBBW). Seit Jahren warten Finanzexperten darauf, dass sich die zurzeit noch acht unabhängigen Landesbanken zu Zusammenschlüssen durchringen. Mit Fischers Weggang ist der Weg für eine Fusion mit der LBBW zu dem dann zweitgrößten deutschen Kreditinstitut nach der Deutschen Bank frei. Deren Chef Siegfried Jaschinski hat bereits vor Monaten Interesse an einer Konsolidierung der Landesbanken unter seiner Führung angemeldet.
Die Frage, wer in einem fusionierten Institut das Sagen hätte, ist nun geklärt: Jaschinski würde zum Herrn in der neuen Bank aufsteigen. "Für die LBBW-Pläne ist ein Abschied Fischers gut. Die Chemie zwischen ihm und Jaschinski war zuletzt komplett vergiftet", heißt es im Umfeld des Stuttgarter Instituts.
Übergangschef
Die Ernennung von Stuhlmann als Nachfolger des geschassten Fischer werten viele Beobachter als Hinweis darauf, dass eine Fusion kurz bevor steht. Stuhlmann hatte 2003 als Chef der Hamburgischen Landesbank den Zusammenschluss seines Instituts mit der Landesbank Kiel zur HSH-Nordbank vorangetrieben. Er gilt als Diplomat und "Menschenfänger", nicht jedoch als harter Sanierer und radikaler Durchgreifer. Auf der Konferenz in Düsseldorf sagte der 59-Jährige am Donnerstag, er wolle nur für eine Übergangszeit an der Spitze der Bank stehen. Er gehe davon aus, dass es binnen Jahresfrist zu Veränderungen in der Landesbankenszene kommen werde.
Teil 2: Anteilseigner vor einem Scherbenhaufen
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Aus der FTD vom 27.07.2007
© 2007 Financial Times Deutschland,
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