"Es gibt jede Menge Alternativen. Die halte ich aber alle für nicht empfehlenswert", sagte BaFin-Präsident Jochen Sanio laut Deutscher Presse-Agentur am Donnerstag in Kiel. Sinke das Kernkapital der Bank unter die aufsichtsrechtlich festgelegte Quote von vier Prozent, müsse die Aufsicht einschreiten und die Geschäfte mit einem Moratorium stoppen - was in der Regel zum Ende einer Bank führe. Diese Vorschriften "möchte ich bei keiner systemisch relevanten Bank in die Hand nehmen müssen", sagte er.
Die Länderparlamente Hamburg und Schleswig-Holstein müssen Anfang April über eine umstrittene Kapitalerhöhung für die Landesbank abstimmen. Insgesamt müssen die Länder 3 Mrd. Euro Eigenkapital und 10 Mrd. Euro Garantien zur Verfügung stellen. Inzwischen ist ein politischer Streit entbrannt, ob dies der richtige Weg ist, mit der Krise der Bank umzugehen. Nach jüngsten Angaben machte die HSH 2008 einen Verlust von 2,8 Mrd. Euro und soll nun deutlich schrumpfen.
Soffin-Chef
Hannes Rehm stellte in der Sitzung der betrauten Ausschüsse im Kieler Landtag eine weitere Unterstützung der Bank in Aussicht. Voraussetzung sei, dass der Rettungsplan umgesetzt werde. "Ich halte das Konzept prinzipiell für trag- und zukunftsfähig". Angesichts der getätigten Investitionen, des Sachverstands und der Kundenbeziehungen sei eine Abwicklung der Bank keine Alternative.
Einen Bericht, wonach ein groß angelegter Umbau des Vorstands bevorsteht, wies der Aufsichtsrat der Bank zurück: Dem Präsidialausschuss und dem Aufsichtsrat seien derartige Überlegungen nicht bekannt. Das "Manager Magazin" hatte berichtet, alle vier Vorstände - bis auf Vorstandschef Dirk Jens Nonnenmacher - sollten gehen. Dieser wolle mit der Rochade einen Neuanfang der Bank gewährleisten, schreibt das Magazin. "Uns liegen keine Unterlagen vor, die auf derartige Pläne schließen lassen", hieß es bei der Bank. Zu der Frage, ob Nonnenmacher plane, den Vorstand auszutauschen, wollte sich der Sprecher nicht äußern.