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04.01.2012, 18:12
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Anklage:
Washington knöpft sich Schweizer Steuerrebellen vor
Die Staatsanwaltschaft New York erhebt Anklage gegen drei Mitarbeiter der Schweizer Privatbank Wegelin. Der Vorwurf lautet Beihilfe zur Steuerhinterziehung. Wegelin-Chef Hummler sieht sich dagegen als Verteidiger des Bankgeheimnisses.
von Sarah Speicher-Utsch Frankfurt
Konrad Hummler ist das Enfant terrible der Schweizer Finanzszene. Der Chef der ältesten eidgenössischen Privatbank Wegelin redet anderen nicht nach dem Mund und macht schon gar nicht nach, was andere vormachen. Er ist gegen den Beitritt der Schweiz zum Schengen-Raum – und verlässt 2004 im Streit darüber die noble Bankiervereinigung. Er nimmt unversteuertes Geld in Koffern an – und gibt das öffentlich zu. Und er ruft 2009 seine Kunden dazu auf, alle US-Anlagen zu verkaufen – wer sich weigert, solle die Bank lieber verlassen.
Wegelin-Chef Hummler sah den Ärger mit den USA kommen
Jetzt hat die New Yorker Staatsanwaltschaft drei Wegelin-Banker wegen Beihilfe zur Steuerhinterziehung angeklagt. Der Vorwurf: Die Mitarbeiter des auf die Verwaltung großer Privatvermögen spezialisierten Instituts sollen US-Bürgern geholfen haben, Gelder in Höhe von 1,2 Mrd. Dollar zu verstecken.
Laut Anklageschrift unterstützten die Banker zwischen 2005 und 2010 Kunden unter anderem bei der Gründung von Scheinfirmen in Liechtenstein, Panama und Hongkong. 2008 und 2009 sollen die Banker unversteuerte Gelder von US-Kunden der Schweizer
UBS und einer anderen Zürcher Großbank zu der Sankt Gallener Wegelin transferiert haben.
Das war just zu der Zeit, als die Schweiz eingewilligt hatte, den USA Daten von rund 4500 UBS-Kunden auszuliefern. Amerikaner zogen damals in Scharen ihr Geld von den Schweizer Großbanken ab – und Hummler, damals noch Präsident der Vereinigung Schweizerischer Privatbankiers, tobte.
Die UBS war nur der Anfang. Mittlerweile fordert Washington auch von
Credit Suisse und neun kleineren Banken Daten von US-Kunden. Im Gegenzug wollen die USA auf eine strafrechtliche Verfolgung verzichten.
Teil 2: "Wir haben uns an Schweizer Gesetze gehalten"
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FTD.de, 04.01.2012
© 2012 Financial Times Deutschland,
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