Die Bank bessert mit allen Mitteln ihre Bilanz auf. Erst startet sie eine Aktienemission, nun sind Anleihen dran: Die Italiener kaufen eigene Bonds zurück - und wollen neue Papiere im Wert von 25 Mrd. Euro begeben.
von Tobias BayerMailand
und Stefan SchaafFrankfurt
Unicredit sichert mit einer Reihe von Finanzmaßnahmen ihre Position in der Liga der europäischen Großbanken ab. Nach einer Kapitalerhöhung will die italienische Großbank zur Stärkung ihrer Eigenkapitalbasis auch eigene Anleihen zurückkaufen. Außerdem stellt das Institut mit einem bis zu 25 Mrd. Euro schweren Programm an besicherten Anleihen (Covered Bonds) seine Refinanzierung entweder über den Kapitalmarkt oder die Europäische Zentralbank (EZB) sicher.
Damit übernimmt der Sponsor der Fußball-Champions-League eine Pionierfunktion in den Krisenstaaten der Euro-Zone. Die europäische Bankenaufsicht EBA fordert, dass die größten Kreditinstitute bis Juni ihre Kapitalbasis insgesamt um 115 Mrd. Euro stärken, um für Turbulenzen gewappnet zu sein.
Aktienkurs nach tiefem Einbruch
Um die von der EBA auf rund 8 Mrd. Euro geschätzte Kapitallücke zu schließen, begibt die Bank eigene Aktien im Wert von 7,5 Mrd. Euro. Bis zum 27. Januar läuft die Emission. Die Wette von Unicredit-Chef Federico Ghizzoni scheint aufzugehen: Nach anfänglichem Einbruch gewinnen Anteilsscheine sowie Bezugsrechte wieder an Wert. Am Mittwochabend notierte die Aktie 1,5 Prozent im Plus.
Zudem peppt das Institut seine Kapitalbasis mit dem Rückkauf eigener Hybridanleihen im Nennwert von 5,5 Mrd. Euro auf. Die zehn betroffenen Bonds werden derzeit mit einem deutlichen Abschlag zum Ausgabepreis gehandelt. Die Bank bietet Rückkaufpreise von 50 bis 81 Prozent und will insgesamt 3 Mrd Euro ausgeben. Die Papiere - eine Mischform von Eigen- und Fremdkapital - werden von den Regulierungsbehörden künftig nicht mehr als Kapitalpuffer anerkannt. In Deutschland hatte die Commerzbank im Dezember Hybridanleihen aus ähnlichen Gründen zurückgekauft und einen Gewinn von 700 Mio. Euro erzielt.
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