| FTD gegen BHF |
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| Streit Die FTD hat immer wieder sehr kritisch über die BHF berichtet - was regelmäßig zu Auseinandersetzungen zwischen Bank und Redaktion führte. |
| Versöhnung Am vorletzten Erscheinungstag wollten wir die Deutungshoheit über die BHF-Fosun-Verbindung daher als Abschiedsgeschenk in die Hände der Bank legen. Allein die ein oder andere (diesmal positive) Übertreibung ist bewährter FTD-Stil. Ab jetzt herrsche Friede - für immer und ewig. |
Die BHF-Bank hat zum Wohl ihrer Kunden einen eindrucksvollen Coup gelandet: Nach FTD-Informationen trieb das Frankfurter Vorzeigeinstitut für seine reiche Klientel jüngst Aktien des aussichtsreichen chinesischen Unternehmens Fosun Pharma auf - und das im Umfang von mehr als 50 Mio. Euro . Diese einzigartige Gelegenheit tat sich auf, weil die BHF-Banker von den Chinesen als Emissionsbegleiter für ihren Hongkonger Börsengang auserkoren worden waren. Man kennt sich: Fosun Pharma ist eine Tochter der Fosun -Holding, die zum Käuferkonsortium für die BHF gehört. Der Deal stärkt damit gleich mal das Zusammengehörigkeitsgefühl zwischen den besten Kunden und den möglichen künftigen Eignern des Edelinstituts - es könnte nicht weniger als der Beginn einer wunderbaren Freundschaft sein.
Die in jeder Beziehung großartige Transaktion lehrt mindestens zwei Dinge über die von der FTD in der Vergangenheit oftmals zu Unrecht kritisierte BHF: Erstens sind die Frankfurter in Sachen Börsengänge wieder absolut konkurrenzfähig - nachdem sie in den vergangenen eindreiviertel Jahren bei keinem einzigen dabei waren (zuletzt hatte sie geholfen, den Fahrradherstellers Derby Cycle an die Börse zu bringen). Und zweitens zeigt die BHF in beeindruckender Manier, dass sie für ihre Spitzenklientel nicht nur eine, sondern Tausende Extrameilen bis nach Asien geht.
Welchen Stellenwert die Aktie von Fosun Pharma besitzt, zeigt sich daran, dass sie als eine von weltweit nur sechs Einzelaktien im internen BHF-Musterdepot auftaucht - neben General Electric , Linde , Louis Vuitton , Chevron und Alstom . Mit der Tatsache, dass die Fosun-Holding bei der zum Verkauf stehenden BHF einsteigen will, hat das aber nichts zu tun.
Vielmehr, so teilt die Deutsche-Bank-Tochter mit, "ist die BHF-Bank von der Aktie in jeder Hinsicht überzeugt, ansonsten hätten wir den Kunden nicht die Möglichkeit eingeräumt, die Aktie zu zeichnen. Die Entscheidung, die Aktie in das Musterportfolio aufzunehmen beruht auf von der BHF erstellten umfangreichen Analysen in ihrer Funktion als Co-Lead-Manager (bei der Emission)."
Von der voraussichtlich starken Kursentwicklung der Fosun-Pharma-Aktie werden nun ausgewählte BHF-Topkunden profitieren - die die optimistische Einschätzung des Papiers allesamt teilen: "Zeichner der Aktien", heißt es, "waren Großkunden der Bank, das heißt Einzelinvestoren. Diese ausgewählten Investoren wurden mündlich und schriftlich mehrfach auf den potenziellen Konflikt hingewiesen, der durch den Verkaufsprozess der Bank, bei dem Fosun als Co-Investor auftritt, bestand. Jeder Investor hat auf individueller Basis für sich selbst die Anlageentscheidung getroffen. Jeder Investor hat explizit bestätigt, dass er den (Emissions-)Prospekt verstanden hat und sich der mit dem Investment verbundenen Risiken bewusst und über den potenziellen Konflikt der Bank im Klaren ist."
Dass Fosun Pharma ein absolutes Muss ist, bezeugen auch die absolut unabhängigen Analysten von Deutscher Bank und JP Morgan , deren Arbeitgeber den Börsengang von Fosun Pharma als führende Emissionsbanken geleitet hatten. Die Deutsche Bank empfiehlt die Aktie zum Kauf, JP Morgan rät zum "Übergewichten".
Da passt ins Bild, dass das Papier, das nach dem Börsenstart abgerutscht war, mit 11,64 Hongkong-Dollar inzwischen fast wieder den Ausgabekurs von 11,80 Hongkong-Dollar erreicht hat. Das riecht nach Bodenbildung und Ausbruchspotenzial. Einen Wermutstropfen aber gibt es: Die BHF hatte nach eigenen Angaben zu wenige Aktien, um die gesamte Nachfrage zu bedienen.