Bei der Privatbank Sal. Oppenheim steht der Sprecher der persönlich haftenden Gesellschafter, Matthias Graf von Krockow, Medienberichten zufolge unmittelbar vor dem Rücktritt. Er werde noch vor Weihnachten aus der Geschäftsleitung des Kölner Traditionshauses ausscheiden, sagten mehrere Personen aus dem Umfeld der Bank der Zeitung "Die Welt" sowie dem "Handelsblatt". Die Führung des Geldhauses werde Wilhelm von Haller übernehmen, den die Deutsche Bank vor rund drei Wochen als Generalbevollmächtigten zu Sal. Oppenheim geschickt habe.
Die zu Sal. Oppenheim gehörende BHF-Bank bestätigte offiziell, dass der zum Jahresende auslaufende Vertrag mit Krockow nicht verlängert werde. Die Deutsche Bank hatte Ende Oktober eine vollständige Übernahme des Kölner Instituts angekündigt. Der Kauf soll im ersten Quartal 2010 abgeschlossen werden.
Die drei übrigen persönlich haftenden Gesellschafter bleiben den Berichten zufolge vorerst noch Teil der Geschäftsleitung. Ihre Tätigkeit solle jedoch noch vor dem offiziellen Abschluss der Übernahme durch die Deutsche Bank enden.
Das Bundesamt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) ermittelt derzeit gegen die Privatbank. Das "Handelsblatt" berichtet, dass die Gesellschafter der angeschlagenen Privatbank sich selbst und ihren Familien großzügig Kredite zu Vorzugsbedingungen gewährt haben sollen. Der Zeitung zufolge steht die Institutsleitung mit rund 680 Mio. Euro beim eigenen Institut in der Kreide. Fast die Hälfte dieses Betrages sei ohne jegliche Sicherheiten ausgezahlt und lediglich mit 1,5 Prozent verzinst worden.