Am Anfang jedes Unternehmens steht eine Idee. Manchmal wird die Idee zur Revolution. Martin Kölsch und Matthias Kröner hatten schon einmal solch eine Idee. Vor rund 15 Jahren gehörten
die beiden zum Kreis derer, die mit der Direkt Anlage Bank (heute DAB Bank) Deutschlands ersten Discountbroker an den Start brachten. Die Idee des Wertpapierhandels für Privatanleger über ein Institut ohne Filialen revolutionierte das Bankgeschäft. Heute gehören Finanztransaktionen im Internet zum Alltag, viele Kunden besuchen ihre Bankfiliale nur noch wegen der Geldautomaten.
Auch das neue Projekt der beiden soll wieder eine Revolution auslösen: die Fidor Bank, ein Geldhaus zum Mitmachen. Kunden haben über eine Internet-Community die Möglichkeit, die Bank mit aufzubauen. Geldgeschäfte werden komplett ins Netz verlagert – inklusive Beratung
und elektronischem Geld.
Kölsch will seine Vision auch in Deutschland verwirklichen
Die beiden Revolutionäre könnten unterschiedlicher kaum sein. Matthias Kröner, ein kräftiger, etwas bullig wirkender Bayer in den Vierzigern, redet schnell und sprüht nur so vor Ideen. Sein Partner Martin Kölsch, ein schlaksiger Westfale Mitte sechzig, wirkt bedächtiger, aber nicht minder überzeugend. Fast wäre er evangelischer Religionslehrer geworden. Aber als die 68er begannen, den Religionsunterricht politisch zu instrumentalisieren, wechselte er ins Bankwesen.