Selbst im beschaulichen Dänemark herrscht Krisenstimmung: Bereits die zweite Bank ist in diesem Jahr pleite gegangen - und der Staat fährt eine harte Linie. Mit dem Pfandbriefmarkt greift die Ratingagentur Moody's ein dänisches Finanzheiligtum an. von Frank Bremser, Frankfurt
Nachdem die Fjordbank Mors es nicht geschafft hat, die Kapitalanforderungen der Finanzaufsicht zu erfüllen, ist sie unter den Bankenrettungsschirm des Landes geschlüpft. Der Staat wird die Kontrolle über das Institut übernehmen. Es ist bereits die zweite Bankenpleite des Landes in diesem Jahr. Im Februar war die Amagerbanken vom Staat übernommen worden.
Durch ein Hilfeersuchen an die im Oktober 2008 gegründete staatliche Banken-Auffanggesellschaft Finansiel Stabilitet sind Einlagen bis zu 100.000 Euro gesichert. Lediglich 450 der 73.000 Kunden der Bank haben einen größeres Vermögen, schreibt die Fjordbank Mors. Für Aktionäre und Anleihengläubiger gibt es einen solchen Schutz nicht.
Dicke Luft herrscht in Dänemarkt nicht nur wegen der Diskussion um Grenzkontrollen
Noch im Mai hatte die Bank Spekulationen über einen bevorstehenden Konkurs dementiert. Nun die Kehrtwende: Weil die Finanzaufsicht ein Anheben der Eigenkapitalbasis von 9,7 auf 16 Prozent und Abschreibungen auf faule Kredite in Höhe von 340 Mio. dänischen Kronen (45,6 Mio. Euro) gefordert habe, fehlten dem Haus 700 Mio. Kronen - eine Summe, die man bis zum Ablauf der Frist am vergangenen Sonntag nicht habe aufbringen können, schreibt das Institut in einer Mitteilung.
Das größte Problem im Mors-Portfolio sind faule Kredite an den kriselnden Bau- und Agrarsektor des Landes. Im vergangenen Monat hatte die Bauernvereinigung die dänischen Banken aufgefordert, ihnen mehr und günstigere Kredite zur Verfügung zu stellen, weil sonst aufgrund mangelnder Mittel die Tiere auf den Feldern verhungern würden. Der Bankenverband hatte diese Forderungen zurückgewiesen und sich dagegen gewehrt, für den Tod von Tieren verantwortlich gemacht zu werden.
Beachtung findet die Pleite der Bank vor allem deshalb, weil die dänische Regierung in Bezug auf ihre Banken und deren Gläubiger einen harten Kurs fährt. Die Inhaber vorrangiger Anleihen werden an den Verlusten beteiligt. Bei der im Februar pleite gegangenen Amagerbanken mussten die Bondholder einen Haircut von 41 Prozent hinnehmen. Infolgedessen hatte die Ratingagentur Moody's eine Reihe dänischer Banken aufgrund der fehlenden staatlichen Unterstützung herabgestuft.
Staatlich garantierte Bankanleihen, die vor September 2010 begeben worden seien, sollen diesen Schutz nach aktuellem Stand noch bis 2013 haben. Nils Bernstein, Chef der dänischen Zentralbank sagte, dass die Institute nicht damit rechnen können, dass diese Garantien verlängert werden. Ähnlich äußerte sich die dänische Regierung. Fjordbanken hat für gut 400 Mio. Kronen staatlich gedeckte Papiere emittiert. Die Bankgläubiger werden sich nach Aussagen der Finanzaufsicht auf einen Schuldenschnitt einstellen müssen. Die Aktionäre gehen leer aus.
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