Michel Barnier auf einer Pressekonferenz in Brüssel
Sektor wächst rasant
Die Mitteilung ist der Auftakt für die Regulierung der Schattenbanken. Dabei geht es um Zweckgesellschaften jenseits der Bankbilanzen, Geldmarktfonds und Hedge-Fonds, die stark mit Schuldenhebeln agieren. Gemeint sind zudem alle Aktivitäten von Nicht-Banken, die auf die Vergabe oder Absicherung von Krediten zielen. Der internationale Finanzstabilitätsrat schätzt, dass das Geschäftsfeld in den vergangenen Jahren rasant gewachsen ist - auf bis zu 60.000 Mrd. Dollar 2010 und damit etwa 25 bis 30 Prozent des globalen Finanzsystems.
Barnier sieht vor allem drei Möglichkeiten der Regulierung: die indirekte Variante, also Vorgaben für die Beziehungen zwischen Banken und Schattenbanken, die Ausweitung bestehender Gesetze auf solche Aktivitäten oder ganz neue, speziell zugeschnittene Gesetze.
Konkret denkt der Franzose laut dem Entwurf nun etwa daran, Banken strikte Grenzen bei der Auslagerung von Aktivitäten zu setzen. Zudem will Barnier einen stärkeren Informationsaustausch der Aufseher erreichen. Dazu wären aber auch neue Kompetenzen nötig. Auch will er prüfen, ob es etwa bei Wertpapiergeschäften noch striktere Regeln braucht.