Bedingungen für die Kreditvergabe
Die Ergebnisse zeigen, dass Deutschland auch bei der Darlehensvergabe von der vergleichsweise robusten Konjunktur und dem weltweiten Vertrauen in die öffentlichen Finanzen und die Staatsanleihen profitiert. "Lediglich für langfristige Ausleihungen im Unternehmensgeschäft verzeichneten die teilnehmenden Banken leichte Verschärfungen", teilte die Bundesbank mit, die am Mittwoch detaillierte Ergebnisse für die Erhebung in Deutschland veröffentlichte.
Allerdings erwarten auch deutsche Institute eine Straffung im laufenden Quartal. So übertraf die Zahl der Institute, die ihre Regeln strenger gestalten wollen, diejenigen, die sie lockern wollen, um 7,4 Prozent. In Frankreich lag der Wert der straffenden Banken im vergangenen Quartal um 36,2 Prozent über den lockernden Geldhäusern. Auch in Spanien lag der Saldo bei 10 Prozent. In Italien zeigen die Daten, dass sich die Kreditvergabebedingungen der Banken im vierten Quartal 2011 breiter und deutlicher verschlechtert als im Schnitt der gesamten Euro-Zone. Die Daten der nationalen Zentralbanken dieser Länder deuten darauf hin, dass die Geldhäuser alle unter der Wachstumsschwäche und dem Marktmisstrauen gegen ihre Heimatstaaten leiden.
Die Bundesbank sieht in strengeren Kreditbedingungen keinen Grund zu Alarm. "Die Schuldenkrise wurde durch zu lasche Standards mit ausgelöst", hieß es. "Schärfere Bedingungen sind nötig zur Überwindung der Krise." Das gelte jedoch nicht für übertriebene Straffungen wie etwa in Italien.
Frankreichs Präsident Nicolas Sarkozy kritisierte dagegen die französischen Banken wegen ihrer Zurückhaltung bei der Darlehensvergabe an Unternehmen. "Man muss sich fragen, wozu Banken eigentlich da sind", sagte der Staatschef am Mittwoch.