Der Mitarbeiter der Schweizer Bank legte viel Wert auf Service. Auch wenn es darum ging, Geld am Fiskus vorbei in die Alpenrebublik zu schleusen. Das US-Gericht verurteilte ihn auf Bewährung. Die US-Behörde dankt ihm für seine Kooperationsbereitschaft.
Ein Gericht in Miami hat einen früheren Anlageberater der Schweizer Großbank UBS wegen Beihilfe zu Steuerhinterziehung verurteilt. Die Bewährungszeit sei auf fünf Jahre angelegt worden. Sollte der Verurteilte in dieser Zeit gegen die Auflagen verstoßen, droht ihm eine Haftstrafe.
Der Schweizer hatte von 1995 bis 2008 für die UBS gearbeitet. Er war im vergangenen November in Miami verhaftet worden, als er einen Kunden traf, der heimlich bereits mit den US-Steuerbehörden kooperierte und das Gespräch aufzeichnete. Der nun Verurteilte räumte die Vorwürfe ein und arbeitet seither mit den amerikanischen Behörden zusammen. Die US-Behörden gehen davon aus, dass Zehntausende von amerikanischen Steuersündern Geld bei Schweizer Banken versteckt haben.
Dem 45 Jahre alten Berater drohte zunächst eine Haftstrafe von bis zu 16 Monaten. Laut einem Dokument, in dem mildernde Umstände für seinen Fall aufgelistet wurden, lieferte er Namen von Bankern und beteiligte sich an Gesprächen mit Kunden, die aufgezeichnet wurden. Er habe den US-Behörden zu entscheidenden Einsichten über Banker und Schweizer Institute verholfen, die Offshore-Bankdienstleistungen anboten.
Ihm seien auch erste Schlüsselerkenntnisse über die Rolle von Schweizer Kantonalbanken im Zusammenhang mit Auslandskonten amerikanischer Steuersünder zu verdanken. Zudem habe er erkennen lassen, dass er weiterhin mit den Behörden zusammenarbeiten und wenn nötig auch als Zeuge in Verfahren gegen frühere Kunden und Kollegen auftreten wolle, hieß es in dem Dokument weiter. Auch die Haftbefehle und Strafanzeigen gegen die frühere UBS -Banker basierten auf seiner Kooperation mit den Behörden.
Inzwischen führen die US-Behörden in dieser Sache Untersuchungen gegen elf Banken. Darunter befinden sich nach Angaben aus US-Justizkreisen die Großbank Credit Suisse, HSBC Holdings und die Basler Kantonalbank. Parallel dazu verhandelt die Schweizer Regierung mit der amerikanischen Steuerbehörde IRS und dem US-Justizministerium über eine pauschale Lösung für alle anstehenden Fälle. Es geht dort darum, welche Daten mutmaßlicher US-Steuersünder die Schweiz an die Amerikaner liefert und auch um mögliche pauschalen Bussen und Entschädigungen, die Schweizer Banken an den amerikanischen Staat zahlen sollen.
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