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"Das Schiffsfinanzierungsbuch wird kleiner werden", sagte Otto. Das habe strategische Priorität. Das Schrumpfen des Bestands sei auch aufgrund der bevorstehenden Integration des Instituts in die Commerzbank nötig. "Das Schiffskreditportfolio muss im Verhältnis zur Bilanz der Commerzbank passen", sagte Otto. "Dafür muss es noch weiter schrumpfen." Die Commerzbank hatte im vergangenen November die restlichen acht Prozent der Anteile an der Schiffsbank von der HypoVereinsbank übernommen. Die Integration soll im zweiten Quartal 2012 abgeschlossen werden, so Otto.
Die Deutsche Schiffsbank ist hinter der HSH Nordbank die Nummer zwei unter den deutschen Schiffsfinanzierern. Zusammen mit der Commerzbank hält sie rund 21 Mrd. Euro an Schiffskrediten. Diese sollen um etwa ein Drittel abgeschmolzen werden, sagte Otto.
Kunden, die von der Bank als nicht strategisch eingestuft werden, werden es in Zukunft schwer haben, noch Finanzierungen zu finden. Immer mehr Institute ziehen sich aus der Schiffsfinanzierung zurück. Das Vorgehen der Bank ist auch ein Zeichen dafür, dass die Schiffsfinanzierer die Geduld mit ihren angeschlagenen Kunden, darunter viele Schiffsfonds, verlieren. Seit vergangenem Herbst hatte es bereits eine große Anzahl von Pleiten bei Schiffsbeteiligungen gegeben.
Otto erwartet, dass sich die Situation 2012 noch verschärft. "Wir werden in diesem Jahr eine Zunahme von Insolvenzen bei Schiffsfonds sehen", sagte er. Je länger die Krise dauere, desto geringer werde der Spielraum, den Banken für Restrukturierungen bei Bestandskunden haben. "Bei einigen Schiffen ist absehbar, dass sie nicht mehr zu einem geordneten Kapitaldienst zurückkehren können."