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  04.02.2010, 11:58    

Bilanzvorlage: Ackermann warnt vor schwächerem 2010

Im abgelaufenen Jahr verdiente die Deutsche Bank wieder Milliarden. Doch die hohen Margen werden "so schnell nicht wiederkehren", sagt Deutschlands mächtigster Banker - der auch zum Thema Steuer-CD eine klare Meinung hat. von Christine Mai  und Joachim Dreykluft 
Die Deutsche Bank  hat im vierten Quartal 2009 die Erwartungen von Analysten übertroffen. Bank-Chef Josef Ackermann  warnte aber bei der Vorlage der Zahlen in Frankfurt, dass es im laufenden Jahr im Investmentbanking nicht so gut weitergehe: "Das günstige Marktumfeld des Jahres 2009, das teilweise durch hohe Volumina und hohe Gewinnmargen geprägt war, wird so schnell nicht wiederkehren", sagte der Schweizer.
Die Entwicklung deutete sich bei der Deutschen Bank - ebenso wie bei den US-Konkurrenten - bereits im vierten Quartal an: Der Nettogewinn betrug 1,3 Mrd. Euro nach 1,39 Mrd. Euro im Vorquartal. Enthalten in der aktuellen Zahl ist eine Steuergutschrift von 554 Mio. Euro, vor allem aufgrund einer Wertaufholung bei US-Töchtern der Bank.
Die Erträge im Investmentbanking gingen von 4,4 Mrd. Euro im dritten Quartal auf 2,9 Mrd. Euro zurück, der Gewinn schrumpfte von 988 Mio. Euro im Vorquartal auf 397 Mio. Euro. Ackermann sagte dazu: "Das ist eine momentane Übergangsdelle, kein Trend." Das Handelsergebnis der Bank habe sich sehr positiv entwickelt.
Vor Steuern lief insgesamt ein Ergebnis von 756 Mio. Euro auf, ein Rückgang um fast die Hälfte im Vergleich zum dritten Vierteljahr. Darin enthalten sind Kosten von 225 Mio. Euro für eine in Großbritannien erhobene Bonussteuer. Im vierten Quartal 2008, als die Finanzkrise ihren Höhepunkt erreichte, war noch ein Verlust von 4,8 Mrd. Euro angefallen. Im Gesamtjahr 2009 verdiente die Bank 5 Mrd. Euro, nach einem Nachsteuerverlust von knapp 4 Mrd. Euro 2008.
Vom Datendienstleister Bloomberg befragte Analysten hatten für das vierte Quartal im Durchschnitt ein Nettoergebnis von 650 Mio. Euro erwartet. Die Deutsche-Bank-Aktie rutschte trotz der geschlagenen Erwartungen kurz nach Handelsstart ins Minus und notierte zeitweise zwei Prozent schwächer. Anschließend erholte sich das Papier aber wieder.
Josef Ackermann, Vorstandsvorsitzender der Deutschen Bank   Josef Ackermann, Vorstandsvorsitzender der Deutschen Bank
Die Dividende soll wie erwartet von 50 Cent je Aktie im Vorjahr auf 75 Cent erhöht werden. "Wir heben die Dividende nur moderat an, weil wir angesichts der kommenden Veränderungen im regulatorischen Umfeld sowie den neuen Wachstumschancen der Stärkung unseres Kapitals eine hohe Priorität einräumen", sagte Ackermann, fügte aber hinzu: "Wir brauchen auch künftig Kapital von den Investoren, und die sind natürlich bei Laune zu halten."
Beobachter gehen davon aus, dass die Ausschüttung 2011 noch einmal angehoben wird. So schätzen etwa die Aktienexperten des Anlegermagazins Börse Online, dass die Dividende auf 1,25 Euro je Aktie steigt. "Wir werden auf einen Pfad zurückkehren, wo wir wieder attraktiv sind in der Dividende", sagte Ackermann. In der Vergangenheit hatte die Ausschüttung an die Aktionäre zeitweise 4,50 Euro je Anteilsschein erreicht.
Ackermann sagte mit Blick auf die wirtschaftliche Entwicklung: "Die Erholung ist noch fragil, keinesfalls selbsttragend und mit einer Reihe von Risiken behaftet." Nur die staatlichen Stützen im In- und Ausland hätten einen stärkeren Einbruch verhindert. Die Lage am Jobmarkt sei die dramatischste politische und wirtschaftliche Herausforderung für die nächsten Quartale. Das gelte insbesondere für die Jugendarbeitslosigkeit. Er verwies auf das von der Krise hart getroffene Spanien, wo die Arbeitslosenquote für junge Menschen mittlerweile bei mehr als 40 Prozent liegt.

Teil 2: Was Ackermann zur Steuer-CD sagt

  • FTD.de, 04.02.2010
    © 2010 Financial Times Deutschland
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