Früher klotzten sie, jetzt halten sie ihr Geld zusammen: Die internationalen Geldinstitute fahren die Bonuszahlungen für ihre Mitarbeiter deutlich zurück.
von Christine MaiFrankfurt
Da dürften einige Banker aufatmen: Die britischen Institute Royal Bank of Scotland und Barclays planen nach Informationen der Financial Times nicht, bereits ausgezahlte Boni von jenen Managern zurückzufordern, die für den jahrelangen widerrechtlichen Verkauf von Kreditversicherungen verantwortlich waren. Damit folgen die beiden Geldhäuser nicht dem Beispiel des Konkurrenten Lloyds Banking Group, der sich mit Blick auf die durch den Skandal verursachen Milliardenkosten von 13 Managern, darunter Ex-Chef Eric Daniels, einen Teil der Boni zurückholt, die er ihnen für das Jahr 2010 gezahlt hatte.
Bonikürzungen und weitere Kennzahlen ausgewählter Großbanken
Auch wenn bislang sehr wenige Banken die Möglichkeit genutzt haben, sich bereits ausgeschüttete Gehaltsprämien über sogenannte Claw-back-Klauseln zurückzuholen - das Beispiel Lloyds unterstreicht, wie sehr sich die Bonuskultur der großen internationalen Banken derzeit verändert. Bei etlichen Instituten fallen die Prämienzahlungen für 2011 deutlich geringer aus als in den Vorjahren. Besonders trifft das die Mitarbeiter in den Investmentbankingsparten, wo die Boni traditionell einen großen Teil der Gesamtvergütung ausmachen.
Dahinter steckt die maue Ertragslage im Kapitalmarktgeschäft. Die Euro-Krise sowie Unsicherheit über die globale Konjunktur hatten vielen Instituten die Ergebnisse verhagelt, insbesondere in der zweiten Jahreshälfte. Hinzu kommen neue Vorgaben wie die Eigenkapitalregeln Basel III, die Kosten verursachen.
Inwieweit Einsicht eine Rolle spielt, ist unklar - hatte sich doch in der Finanzkrise gezeigt, dass die Aussicht auf üppige Boni viele Banker zuvor verleitet hatte, exzessive Risiken einzugehen. Die Prämien gelten daher als ein Auslöser der Krise. Die Banken hatten sich lange dagegen gesperrt, die Boni zu senken. Damit würden sie im Rennen um Mitarbeiter ins Hintertreffen geraten, lautete ihr Argument.
Diese Sorge scheint nun in den Hintergrund getreten zu sein. Viele Institute haben den Pool, aus dem die Prämien kommen, deutlich verkleinert - bei der Schweizer UBS etwa schrumpfte er für die Investmentbanker um 60 Prozent. Außerdem sinkt in vielen Fällen der Baranteil, dafür wird ein größerer Teil in Aktien ausbezahlt. Die Deutsche Bank etwa deckelte Barboni bei 200.000 Euro, der britische Rivale Barclays bei 65.000 Pfund (78000 Euro). Oft wird überdies ein Teil der Prämien erst mit zeitlicher Verzögerung ausgezahlt.
Der FTD-Versicherungsmonitor hat alle wichtigen Namen und Nachrichten auf dem Radar und bündelt die wichtigsten Informationen aus verschiedenen Quellen. So erhalten Sie einen exzellenten Überblick über die Assekuranz, analytisch kommentiert von FTD-Versicherungskorrespondent Herbert Fromme.
Die verschobene Eröffnung des Berliner Großflughafens BER schlägt Wellen. Die internationalen Flughäfen sind nicht nur dynamische Orte, sondern auch Großunternehmen. Kennen Sie sich gut mit Airports aus?
Zunächst eine Frage zum weltgrößten Flughafen. Derjenige mit dem größten Passagieraufkommen ist …
45 Schritte in die SelbstständigkeitNur wer gut vorbereitet ist, schafft einen erfolgreichen Unternehmensstart. Dieser Gründerfahrplan hilft, die größten Hinder- nisse auf dem Weg in die Selbstständig- keit schnell und sicher zu überwinden. mehr
FinanzierungSie sind an einer Gründungsfinanzierung interessiert? Oder möchten für Ihren Betrieb Fahrzeuge erwerben? Hier finden Existenzgründer und Unternehmer viele Wege zur passenden Finanzierung. mehr
SteuerrechnerEinkommen, Umsatz oder Abfindung: Wie viel bleibt am Ende übrig? Ermitteln Sie Ihre Steuerlast mit den Rechnern von impulse.de und steuerberaten.de. Von Gewerbe bis hin zu Erbschaftsteuer. mehr
Firmenwert ermittelnÜber- oder unterschätzt? Wie viel Sie erwarten können, wenn Sie Ihre Firma verkaufen, zeigt der Firmenwertrechner von impulse.de und Klein & Coll. - einfach und schnell durch die Eingabe weniger Zahlen. mehr
Verträge und VorlagenSie benötigen Dokumente und nützliche Arbeitshilfen für Ihren Geschäftsalltag? Wählen Sie aus fast 5.000 rechtssicheren und aktuellen Verträgen, Vorlagen, Checklisten, Rechentabellen oder Ratgebern. mehr
Aus Sicherheitsgründen möchten wir Ihre E-Mail-Adresse bestätigen.
Klicken Sie bitte dazu den Aktivierungs-Link, den wir Ihnen
gerade per E-Mail an zugesendet haben.
"Zum Handeln geschaffen" lautet Metros Motto. Der neue Konzernchef Olaf Koch scheint den Slogan wörtlich zu nehmen. Mit dem ersten großen Verkauf einer Tochter bricht er den Stillstand bei Metro auf. mehr
Das Gerede von der Abwanderung europäischer Unternehmen an billigere Standorte ist alles andere als neu. Aber wirklich gegangen ist kaum jemand. Denn China ist als Absatzmarkt viel zu wichtig. mehr
Eine Einheitskasse führt nicht zu mehr Gerechtigkeit, sondern zur Zweiklassenmedizin. Statt das duale Gesundheitssystem durch eine Bürgerversicherung zu ersetzen, sollten Menschen mit stabilem Einkommen verpflichtet werden, eine Rücklage für ihre medizinischen Kosten im Alter bilden. mehr
Das Stahlwerkefiasko in Amerika zeigt: Bei ThyssenKrupp versagen die Kontrollinstanzen. Das gilt sowohl für den Aufsichtsrat als auch für die Krupp-Stiftung. mehr
Soll die größte US-Bank zerschlagen werden? Die Größe einer Bank allein ist kein Makel. Der Fall zeigt aber, dass der Derivatehandel eine strengere Aufsicht braucht. mehr
Zahlt der Chef die Krankenzusatzpolice, verzichten Versicherer auf die Gesundheitsprüfung. Davon profitieren vor allem Angestellte mit Vorerkrankungen. Bei arbeitnehmerfinanzierten Modellen schauen die Anbieter aber wieder genauer hin. mehr
Am Donnerstag wird Thomas Enders als erster Deutscher zum alleinigen Chef von EADS gekrönt. Für den Luftfahrtkonzern könnte eine neue Ära beginnen: Der Manager will das Unternehmen aus der Umklammerung der Politik befreien - und eine Brücke nach Amerika schlagen. mehr
Eigentlich geht es in dem Film "Der Versicherungsvertreter" um den gefallenen Versicherungsstar Mehmet Göker. Ebenso spannend ist aber eine Justizposse rund um den Film – in der der Vertriebschef der Alten Leipziger-Hallesche eine Niederlage erlitten hat. mehr
Der Handelskonzern verkauft seine Großbritannien-Tochter. An der Börse wird die Metro-Aktie dafür gefeiert - und der neue Konzernchef Olaf Koch kündigt an: Das war nur der erste Schritt des Großumbaus. mehr
Börsen- und Finanzmarktdaten:
Bereitstellung der Kurs- und Marktinformationen erfolgt durch die Interactive Data Managed Solutions
AG. Es wird keine Haftung für die Richtigkeit der Angaben übernommen!