Ihr damaliger Arbeitgeber Dresdner Kleinwort hatte ihn Bonizahlungen garantiert. Die Commerzbank kassierte diese Garantie nach dem Dresdnerkauf aber wieder ein. Nun wollen britische Banker ihr Geld einklagen.
Mehr als 100 ehemalige Investmentbanker der früheren Commerzbank -Tochter Dresdner Kleinwort wollen von der Frankfurter Bank 50 Mio. Euro an ausstehenden Boni einklagen. Der Prozess beginnt mit Voranhörungen an diesem Montag vor dem Londoner High Court, berichtete der britische "Independent" am Samstag. Die Kläger beziehen sich nach Angaben des Blattes auf eine Zusage aus dem Jahr 2008. Damals sei von Dresdner Kleinwort ein Bonus-Topf von insgesamt 400 Mio. Euro zugesagt worden, um die Banker bei der Stange zu halten.
Eine Commerzbank-Sprecherin sagte: "Die Commerzbank als Rechtsnachfolgerin der Dresdner Bank wird sich gegen die erhobenen Forderungen konsequent verteidigen." Bei der anstehenden Verhandlung werde dargelegt, dass die Dresdner Bank seinerzeit wegen der "wesentlichen Verschlechterung der Ergebnissituation ihrer Investmentbank zum Jahresende 2008" berechtigt gewesen sei, die variable Vergütung der Dresdner-Kleinwort-Mitarbeiter für das Geschäftsjahr 2008 zu reduzieren.
Mit der Übernahme von Dresdner Kleinwort durch die Commerzbank im Jahr 2008 und der späteren Schließung der Investmentbank wurden die Boni um 90 Prozent gekürzt, schreibt der "Independent" weiter. Die Commerzbank habe einen "Material Adverse Change" geltend gemacht, was im deutschen Recht einer wesentlichen Verschlechterung der Vermögensverhältnisse entspricht. Dies erlaube einen Vertragsausstieg. Die Commerzbank hatte damals 6 Mrd. Euro Hilfe des deutschen Staates in Anspruch nehmen müssen, um die Finanzkrise zu überstehen.
Einige der Kläger wollen laut "Independent" siebenstellige Summen einklagen. Bei anderen gehe es nur um mehrere tausend Euro. Der Prozess vor dem High Court soll mehrere Wochen dauern. Er könnte auch zu einer Schlacht unter den besten Londoner Wirtschaftsanwälten werden. 83 Prozent der Kläger von der renommierten Kanzlei Stewarts Law vertreten. Die Commerzbank habe das Juristen-Schwergewicht Linklaters engagiert. Clive Zietman, Chef der Abteilung für Wirtschaftsrecht bei Stewarts Law, heizte die Debatte schon im Vorfeld an: "Auch wenn es sein kann, dass es Leute gibt, die den Fall politisieren wollen: Englisches Vertragsrecht wird seine Gültigkeit behalten."
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