Eingefrorene Milliarden
Auch beim P2 Value sind die Überlebenschancen sehr gering. Der Fonds hat seit der Schließung vor zwei Jahren rund 50 Prozent an Wert eingebüßt, so viel wie kein anderes Produkt. Die Bereitschaft der Anleger, weiterhin ihren Einsatz dort zu belassen, dürfte daher sehr gering sein.
Gleichzeitig ist der Ruf von Morgan Stanley als Portfoliomanager für Immobilien ruiniert. Mit dem Makel des Rekordverlustes für einen Immobilienfonds dürfte es der US-Bank sehr schwer fallen, neue Anleger zu gewinnen. Zumal das Unternehmen in Deutschland keinen eigenen Vertrieb besitzt und auf freie Vermittler angewiesen ist.
Erschwert wird die Öffnung zudem durch den hohen Anteil institutioneller Investoren und Dachfonds im Fonds. Ein geplantes Stillhalteabkommen der 20 größten Anleger, die zusammen rund die Hälfte der Anteile besitzen, scheiterte jedenfalls an den unterschiedlichen Interessen. Deshalb spricht vieles für die Abwicklung des Fonds. Morgan Stanley wird sich nach Informationen der FTD wohl am Dienstag zur Zukunft des Produkts äußern.
Von der Degi-Europa-Abwicklung betroffen sind rund 90.000 Privatanleger. Die noch vorhandenen 14 Immobilien sollen bis Ende September 2013 verkauft und die Erlöse halbjährlich an die Fondsinhaber ausgeschüttet werden. Die erste Tranche werde im Januar 2011 ausgezahlt, teilte Aberdeen mit.
Damit fordert die Liquiditätskrise der Immobilienfonds bereits ihr zweites Opfer. Erst vor knapp einem Monat hatte sich der Wettbewerber Kanam dazu entschlossen, seinen knapp 400 Mio. Euro schweren Fonds US-Grundinvest zu liquidieren. Es war das erste Mal in der 51-jährigen Geschichte der Branche, dass ein Produkt aufgelöst wurde.
Der Degi Europa war wie auch der Kanam US-Grundinvest seit Oktober 2008 durchgängig eingefroren und hätte nach Ablauf der maximal zulässigen Sperrfrist von zwei Jahren Ende dieses Monats wieder öffnen müssen. Gleiches trifft auch auf den P2 Value von Morgan Stanley zu.