Am Donnerstag wäre Jens Weidmann am liebsten wohl im Bett geblieben. Da beschließt die EZB gegen seinen Willen, Schuldenstaaten mit Anleihekäufen aus der Klemme zu helfen, und DAX und Euro stabilisieren sich. Die Panik scheint gebannt.
Doch zumindest im Netz kann der Bundesbankchef auf eine treue Gemeinde setzen. Auf seiner Facebook-Seite hat er massig Unterstützer. Bis zum frühen Abend gefiel 443 Fans das, was er in dem sozialen Netzwerk zu sagen hat. Dass die Seite womöglich getürkt ist, stört dabei niemanden.
Für Christine Wichert etwa ist Weidmann "unser Held", Christian Kugler spornt den Währungshüter kurz und bündig mit "Hart bleiben!! Weiter so!!" an. Und Tim Beil fleht geradezu: "Bitte bleiben Sie aufrecht."
Einen Schritt weiter geht "DerIslam Nervt": "Weidmann for President!!!!" Zugleich veröffentlicht der "Stern" eine Umfrage, nach der nur 18 Prozent der Deutschen seinem Intimfeind, EZB-Chef Mario Draghi, vertrauen. Es könnte alles so schön sein.
Ist es aber nicht, Weidmann hat auch Gegner. Wie Patrick des Bois, der resümiert: "Das war's, Weidmann! Rücktritt!" Womöglich ist des Bois aber bloß Franzose und in Sachen Anleihekäufe Vertreter des Laissez-faire. Kritik schimmert irgendwie auch bei Manuel Falomir Baldayo durch: "Während die Deutschen und Französisch verkauften Waffen nach Griechenland zu ruinieren sich selbst und zwingen griechischen Bürger Selbstmord für sie reicher sein", meint der Spanier.
Nun denn: Mit solchen Gegnern lässt es sich eigentlich ganz gut leben.