15:15 Guten Tag aus dem Newsroom der Financial Times Deutschland. Nur noch knapp drei Stunden und wir bekommen die lang erwarteten Ergebnisse des sogenannten Banken-Stresstests. Den haben wir den Spaniern zu verdanken, die vor Wochen damit drohten, Stresstestergebnisse für ihre Banken und Sparkassen separat zu veröffentlichen, um deren abrutschende Reputation am Finanzmarkt zu retten. Deutschland lenkte ein, und eine europaweit koordinierte Veröffentlichung wurde beschlossen. Allerdings: Sehr koordiniert sahen die Europäer dennoch nicht aus. So gab es etwa in den letzten zwei Tagen eine heftige Diskusssion hinter den Kulissen um die Frage, ob eine Veröffentlichung um 18 Uhr mitteleuropäischer Sommerzeit nicht den US-Märkten die Deutungshoheit überlasse. Nun ja, wir werden sehen.
15:20 Der Finanzdatendienst Bloomberg will an ein vertrauliches Dokument der EU-Kommission mit Datum 22. Juli gekommen sein. Darin heiße es, der Stresstest berücksichtige nur Anleihe-Verluste bei den Banken im Handelsbuch, aber nicht bei den festverzinslichen Papieren, die bis zur Endfälligkeit gehalten werden. Im Klartext würde das heißen: Der Test berücksichtigt nur Szenarien, in denen die Kurse von Staatsanleihen fallen, jedoch nicht die Möglichkeit, dass ein Staat zahlungsunfähig wird.
15:35 Bloomberg kämpft wacker um die Deutungshoheit über die eigene Geschichte: Der Tagesverlust des Euro, zuletzt 0,5 Prozent, sei damit zu erklären, dass die Stresstests kein Staatspleiteszenario vorsehen. Reuters erklärt den Euro-Verlust lediglich mit der wachsenden Unsicherheit vor der Veröffentlichung.
15:42 Bewegung am Aktienmarkt, die aber von "Stress" noch weit entfernt ist: Die US-Börsen eröffnen leicht im Minus, was angelsächsische Experten in den einschlägigen Agenturen reflexartig mit der Unsicherheit vor dem Test interpretieren.