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Vollmundig hatte Blessing im Oktober angekündigt, er werde nicht noch einmal zum Bankenrettungsfonds Soffin gehen, um sich Staatsknete zu besorgen. Dann legte die EBA im Dezember mit einem zweiten zweifelhaften Stresstest nach, und der Kapitalbedarf verdoppelte sich kurzerhand auf 5,3 Mrd. Euro. Eingedenk der Tatsache, dass die
Commerzbank an der Börse nur 7 Mrd. Euro wert ist, klang Blessings Versprechen wie ein schlechter Witz.
Jetzt sieht es so aus, als könnte sein Kalkül doch aufgehen. Gut die Hälfte ihres Kapitallochs hat die Bank schon 2011 gestopft, indem sie riskante Vermögenswerte abbaute, Gewinne einbehielt und keine Dividende zahlte. Bis Ende Juni muss die Bank noch einmal 2,3 Mrd. Euro wuppen. Blessing hat sogar einen Milliardenpuffer eingeplant. Den könnte er allerdings schneller aufbrauchen, als ihm lieb ist.
Auf griechische Staatsanleihen, die zu 48 Prozent ihres Nennwerts abgeschrieben sind, drohen weitere Abschläge. Und der veranschlagte Halbjahresgewinn ist auch noch nicht eingefahren. Aber die Börse jubelt erst mal, weil es inzwischen wahrscheinlicher ist, dass der Steuerzahler nicht noch stärker haften muss..
Am Ende dieser Notoperation wird die Commerzbank eine sehr deutsche Bank sein. Die allermeisten Auslandsbeteiligungen sind verkauft. Von der Idee, durch eine Fusion mit der Dresdner Bank in die Weltliga aufzusteigen, bleibt nichts übrig. Das kann man Blessing aber nicht ankreiden. Stellt er die Commerzbank sicher auf, hat er einen exzellenten Job gemacht.