Dass die Commerzbank nun schon jahrelang den Mittelstand mit einer Charmeoffensive überzieht, hat einen einfachen Grund: Das Geschäft mit Großkonzernen lieferte nicht genug Rendite. von Christina Rathmann (Frankfurt)
Darum stellte der damalige Commerzbank-Chef Klaus-Peter Müller vor viereinhalb Jahren 500 Großunternehmen, die die Bank nur als Kreditgeber brauchten und keine Rendite brachten, ein Ultimatum: höhere Zinsen, Kauf mehrerer Bankprodukte - oder das war's.
Wenn die Commerzbank nun die Dresdner Bank übernimmt und somit auf rund 100.000 Firmenkunden kommt, fängt sie wieder von vorn an. Denn die Dresdner, früher eine Hausbank für Dax-Konzerne, hat das Geschäft nie offiziell zurückgefahren. Seit das Institut eine Allianz-Tochter ist, liegt der Fokus aber eindeutig auf dem Geschäft mit Privaten. Diesen Allianz-Produkte zu verkaufen war Ziel der Übernahme durch den Versicherer. Das Firmenkundengeschäft flaggt die Bank nicht einmal gesondert aus: Es ist Teil der Sparte "Private & Corporate Clients". Immerhin stehen Unternehmen für gut die Hälfte des 112 Mrd. Euro großen Kreditbuchs der Dresdner Bank.
Die Commerzbank präsentiert ihr Firmenkundengeschäft in ihrer "Mittelstandsbank". Welcher Anteil ihres 312 Mrd. Euro großen Kreditbuchs auf Firmen entfällt, schlüsselt die Bank im Zwischenbericht nicht auf, verweist aber darauf, allein im ersten Halbjahr 4000 neue Mittelstandskunden gewonnen zu haben. Die Sparte war im ersten Halbjahr mit 477 Mio. Euro Gewinn vor Steuern die stärkste im Konzern - und mit einer Kosten-Ertrags-Relation von 44 Prozent die effizienteste.
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