Es sind bemerkenswerte Aussagen, die heute aus der Frankfurter Firmenzentrale der Commerzbank nach außen dringen. Von einer "neuen Normalität" im Bankgeschäft spricht Finanzvorstand Stefan Engels, vom anhaltend niedrigen Zinsniveau und dem Vertrauensverlust der Anleger, an den man sich anpassen müsse. Es ist der Tag, an dem das Institut seine neue Strategie bis 2016 vorstellt, und es ist ein Tag, an dem den Mitarbeitern (wieder einmal) harte Zeiten in Aussicht gestellt werden. Von einer Anpassung der Personalkapazitäten ist da die Rede, ohne dass das Management konkreter wird. Aber jeder ahnt, was gemeint ist.
Solch eine realistische Einschätzung der Zukunft ist noch recht ungewohnt in einer Branche, die in der Vergangenheit stets auf Wachstum gepolt war. Nicht 1 Mrd. Euro wie bisher, sondern nur noch die Hälfte hält die Commerzbank vorerst im Privatkundengeschäft für realistisch. Denn tatsächlich drückt das niedrige Zinsniveau auf die Margen. Und das aktuelle Misstrauen der Anleger lässt nicht darauf schließen, dass die ehedem üppigen Provisionserlöse aus dem Wertpapierverkauf noch einmal wiederkommen. Bankchef Martin Blessing macht gar ein strukturelles Problem für die Branche aus: "Das Vertrauen der Kunden zurückzugewinnen wird die wichtigste Aufgabe aller Banken in den kommenden Jahren sein."
Doch so ehrlich der Vorstand die Lage auch beschreibt, so wenig offen ist er, wenn es um die Konsequenzen für das eigene Haus geht. Und das nicht, weil das Topmanagement mit Blick auf die ausstehenden Gespräche mit dem Betriebsrat zum Stellenabbau noch nichts sagen will. Nein, allein die veröffentlichten Planzahlen lassen vermuten, dass die geplanten Einschnitte wohl nicht ausreichen werden. Die Bank will zwar ihre Profitabilität erhöhen und die Aufwandsquote bis 2016 von 70 auf 60 Prozent senken. Die Kosten werden aber kaum gesenkt, sie sollen nur auf dem aktuellen Niveau eingefroren werden. Das bedeutet: Die Bank setzt weiterhin auf steigende Erlöse.
Doch die sind gerade im Privatkundengeschäft kaum zu erwarten. Deutschland ist mit Blick auf die demografische Entwicklung ein schrumpfender Markt. Wachsen können Anbieter nur, indem sie den Konkurrenten Marktanteile abjagen. Ob die Commerzbank dazu in der Lage ist, erscheint fraglich. Experten jedenfalls erwarten eine weitere Umverteilung der Erlöse zugunsten der Direktbanken, die Kredite und Sparprodukte zu günstigen Konditionen anbieten können. Die Filialbanken haben dagegen immer größere Mühe, die Kosten ihrer Infrastruktur einzuspielen. Eine Schließung von Filialen schließt der Commerzbank-Vorstand aber aus.
Es hat inzwischen eine gewisse Tradition bei der Commerzbank, dass Vorgaben nicht lange gültig sind. Finanz- und Staatsschuldenkrise haben das Institut in den vergangenen Jahren ordentlich umgekrempelt und Pläne schon bald über den Haufen geworfen. Gleiches dürfte dem Strategiepapier 2016 blühen. Denn das Konzept erzählt nur die halbe Wahrheit.
Wie gut, daß man sich am eigenen Haken aus dem Sumpf zieht! Aber unter der Bereinigung leiden viele Kreditnehmer, bei denen Geld verbrannt wird, ohne Ende!
Wer in die Fänge der Verwerter gerät, ist für lange Jahre verraten und verkauft!
Das gilt nicht nur der Co-Bank, das gilt auch der R+V-Leben, Württembergische-Leben.
Die Versicherungen unterliegen nicht einmal einer Aufsicht, z.B. der BaFin.