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Merken   Drucken   14.11.2011, 20:47 Schriftgröße: AAA

Deutsche Bank: Ackermann gibt auf

Der Deutsche-Bank-Chef verlässt das Geldhaus spätestens Ende Mai 2012 - und zwar endgültig: Den geplanten Wechsel an die Spitze des Aufsichtsrats blockieren die Aktionäre. Zudem drohen Ermittlungen wegen Prozessbetrugs.
© Bild: 2011 Reuters/KAI PFAFFENBACH
Der Deutsche-Bank-Chef verlässt das Geldhaus spätestens Ende Mai 2012 - und zwar endgültig: Den geplanten Wechsel an die Spitze des Aufsichtsrats blockieren die Aktionäre. Zudem drohen Ermittlungen wegen Prozessbetrugs.
von München, Frankfurt und Köln

Deutsche-Bank-Chef Josef Ackermann  hat völlig überraschend seinen Verzicht auf den Wechsel in den Aufsichtsrat der Bank angekündigt. "Die extrem herausfordernden Verhältnisse auf den internationalen Finanzmärkten und im politisch-regulatorischen Umfeld" ließen ihm nicht die Zeit, die nötigen Vorgespräche mit den Aktionären über sein Vorhaben zu führen, teilte das Institut am Montag mit.

Damit steht einer der prominentesten Finanzmanager in Deutschland vor dem Abschied. Der 63-jährige Ackermann hatte die größte deutsche Bank seit 2002 geführt. Sein Rückzug stellt die erst in monatelangen Verhandlungen gefundene künftige Machtverteilung an der Deutsche-Bank-Spitze infrage. Eigentlich sollte der Schweizer auf der Hauptversammlung im Mai 2012 zum Chefkontrolleur gewählt werden und Clemens Börsig  nachfolgen. Neuer Aufsichtsratsvorsitzender soll nun Allianz-Finanzvorstand Paul Achleitner  werden. Die Führung der Bank soll wie geplant eine Doppelspitze aus Jürgen Fitschen und Anshu Jain  übernehmen.

Kirch-Prozess Treffen der Alpha-Banker vor Gericht

Ackermann reagiert offenbar auf fehlende Unterstützung seitens der Anteilseigner: Nach FTD-Informationen hat die einflussreiche Stimmrechtsvertretung Institutional Shareholder Services (ISS) signalisiert, dass sie bei dem Aktionärstreffen die Ablehnung seines Wechsels in den Aufsichtsrat empfehlen wird. An ISS orientieren sich viele Großanleger. Auch der US-Fonds Blackrock, mit 5,14 Prozent wichtigster Einzelaktionär der Deutschen Bank , hat schwere Bedenken angemeldet. Das deutsche Aktiengesetz verbietet direkte Wechsel vom Vorstand in den Aufsichtsrat, es sei denn, ein Kandidat wird von Aktionären vorgeschlagen, die 25 Prozent des Kapitals halten. Kritiker fürchten, dass Ex-Chefs sich aus dem Kontrollgremium ins Tagesgeschäft einmischen.

Einen weiteren Rückschlag muss Ackermann im Prozess zwischen der Deutschen Bank und den Erben des Medienunternehmers Leo Kirch  verkraften. Wie am Montag bekannt wurde, laufen gegen Ackermann und drei andere Banker Ermittlungen wegen versuchten Prozessbetrugs. Vergangene Woche wurden Büros bei der Deutschen Bank und die Häuser von deren Ex-Chef Rolf Breuer durchsucht.

Teil 2: Kirch-Prozess wird erst nächstes Jahr fortgesetzt

  • Aus der FTD vom 15.11.2011
    © 2011 Financial Times Deutschland
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