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Merken   Drucken   02.02.2012, 12:38 Schriftgröße: AAA

Deutsche Bank: Ein Denkmal für Deutschlands meistgehassten Banker

Kommentar Die Ära von Josef Ackermann ist vorüber. Zum Abschluss verfehlte er - mal wieder - sein ehrgeiziges Renditeziel. Das ändert nichts daran, dass der Schweizer viel für sein Unternehmen getan hat und zweifelsfrei zu den Besten seines Fachs gehört. von Karsten Röbisch 
Mit der Bilanzpressekonferenz ist die Ära von Josef Ackermann bei der Deutschen Bank faktisch zu Ende gegangen. Überzeugend ist das letzte Ergebnis in Ackermanns Amtszeit nicht - nicht, wenn man seine Ansprüche zum Maßstab nimmt. Einen Rekordgewinn von 10 Mrd. Euro vor Steuern im Kerngeschäft hatte er angepeilt, am Ende wurde es mit 6,6 Mrd. Euro deutlich weniger. Doch überraschend ist das nicht: Ackermann musste schon im Oktober von seinem Ziel abrücken.
Deutsche Bank Stationen eines Topbankers
Für die Beurteilung seiner Leistung ist der verpasste Rekordgewinn nicht entscheidend. Ackermann stand zehn Jahre an der Spitze der Bank, länger als seine beiden Vorgänger Rolf Breuer und Hilmar Kopper. Und in seiner Amtszeit hat der Schweizer Deutschlands größtes Geldhaus so stark geprägt wie kaum einer vor ihm in der Nachkriegszeit.
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Sein größter Verdienst besteht zweifellos darin, die Deutsche Bank  zu einem internationalen Finanzkonzern ausgebaut zu haben. Sie ist heute das einzige inländische Institut von Weltrang - Aushängeschild der deutschen Finanzbranche. Ihren Status verdankt das Unternehmen vor allem seiner starken Position im Wertpapierhandel.
Seit Beginn seiner Amtszeit 2002 setzte Ackermann auf den Ausbau der Investmentbank, eine Strategie, die er zuvor als Spartenchef Ende der 90-er Jahre eingeleitet hatte. Im Handel mit festverzinslichen Wertpapieren ist die Deutsche Bank heute die Nummer eins, selbst in den USA steht sie fast auf Augenhöhe zu J.P. Morgan und Goldman Sachs .
In der Finanzbranche hat sich Ackermann damit viel Anerkennung erworben, zum Banker des Jahres wurde er gekürt, lange führte er sogar den internationalen Bankenverband an. Die Herzen der Deutschen gewann er jedoch nicht, sie begegnen ihm bis heute mit Misstrauen, manche gar mit Ablehnung.
Auf dem Weg zum globalen Finanzinstitut hat Ackermann sein Haus nach dem Muster der US-Konkurrenz umgebaut und dabei viele Wurzeln gekappt - zum Unverständnis vieler. Ackermann hat die Entflechtung der Deutschland-AG forciert und fast alle Beteiligungen verkauft, hat Englisch als Konzernsprache eingeführt und - vor allem - ein neues Anspruchsdenken eingeführt: 25 Prozent Eigenkapitalrendite sollten es fortan sein. Für viele galt Ackermann seitdem als Symbolfigur einer gierigen Finanzelite, die den Bezug zur Realität verloren habe.
Sein Renditeziel hat der Schweizer indes nur zweimal erreicht: 2006 und 2007. Es war die Hochphase des Immobilienbooms in den USA. Und im Geschäft mit US-Hypotheken mischte auch die Deutsche Bank kräftig mit. Als noch alle an den Geschäften gut verdienten, fragte keiner nach Moral und Anstand. Erst nachdem die Blase geplatzt war und Investoren viel Geld verloren hatten, geriet das Institut wegen vermeintlich illegaler Methoden in die Kritik. Mehrere Schadensersatzklagen laufen inzwischen, für die Deutsche Bank könnte das US-Hypothekengeschäft ein teures Nachspiel haben. Dafür trägt auch Ackermann die Verantwortung.

Teil 2: Umstritten auch nach seinem Abgang

  • FTD.de, 02.02.2012
    © 2012 Financial Times Deutschland,
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Kommentare
  • 03.02.2012 15:36:58 Uhr   realoman: Ackermania...

    Ackermann verlangte von anshu jain weiterhin investmentbanking ohne skrupel und unseriös bis zum anschlag zu praktizieren. Diese zeilsetzung konnte selbst dieser fähige inder nicht mehr umsetzen. Nun ist A an seiner eigenen zielsetzung gescheitert—wir alle können nur froh darüber sein ! An Turboinvestments mit kriminellen derivaten sind schon lehmanbrothers gescheitert, aber die zeche mussten wir alle bezahlen. Also kehrt endlich zum boden des soliden bankings zurück: investiert in projekte, die real die wirtschaft boomen lassen und vergesst virtuelle hypergewinnmargen….25% rendite…sowas kann nur ein krankes gehirn gut finden…..tschüss mister A (und noch was: auch leo kirch fand die kriminellen methoden von mister A zum Kotzen….)

  • 03.02.2012 09:43:43 Uhr   Joe Bartsch: Als Aktionär
  • 02.02.2012 19:48:48 Uhr   focus: @ein Deutscher
  • 02.02.2012 15:41:03 Uhr   lila wanders: Ackermann
  • 02.02.2012 15:30:31 Uhr   Hilfreich: Tripple A
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