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Merken   Drucken   05.02.2009, 14:32 Schriftgröße: AAA

Deutsche-Bank-Pressekonferenz: Januar topp - aber was kommt danach?  

Schon wieder Milliarden eingenommen, "zuversichtlich für 2009" - das ist heute die Dr.-Jekyll-Seite Josef Ackermanns. Aber er kann auch Mr. Hyde sein: Es seien "neue Risiken hinzugekommen". Die Aktie macht massive Sprünge, in der Summe geht es abwärts. von Christine Mai (Frankfurt)
Er bemühte sich zwar, Zuversicht zu verbreiten - festnageln lassen wollte sich Deutsche Bank -Chef Josef Ackermann  aber nicht. Der Start in das Jahr 2009 sei erfolgreich gewesen, sagte er am Donnerstag bei der Vorstellung des Jahresergebnisses in Frankfurt. Im Januar habe die Bank Erträge von 2,8 Mrd. Euro erwirtschaftet - deutlich mehr als im Vorjahreszeitraum und nur unwesentlich weniger als im Rekordjahr 2007. "Dies stimmt uns bei aller gebotenen Vorsicht zuversichtlich für 2009", sagte Ackermann.
Ackermann bemühte sich allerdings auch, nicht in Euphorie zu verfallen. "Man kann den Januar nicht als Maßstab für das ganze Jahr nehmen", räumte er ein. Und: "Für die nächste Zeit sehen wir weiterhin sehr schwierige Bedingungen für die Weltwirtschaft und damit große Herausforderungen für unsere Kunden wie auch für unsere Branche", sagte er. "Ich bin sehr besorgt über die globale Kreditwirtschaft."
Die größte deutsche Bank stehe aber trotz der Milliardenbelastungen im Investmentbanking zu ihrem Geschäftsmodell. Eine Prognose für das erste Quartal verweigerte er: "Es können dramatische Einbrüche kommen", begründete Ackermann dies mit Blick auf die "Serie von Erdbeben" der vergangenen Monate.
Die Aktie der Deutschen Bank startete am Donnerstagmorgen zunächst mit einem Minus von 8,2 Prozent in den Handel, zeitweise waren es sogar neun Prozent. Nachdem Ackermann über die positive Entwichlung im Januar berichtete, reduzierten sich die Verluste und die Aktie erreichte beinahe wieder den Schlussstand des Vortages. Anschließend pendelte sie sich bei einem Minus von rund zwei Prozent ein. Irritiert haben dürften Anleger Äußerungen Ackermanns wie diese: "Wir haben Risiken so reduziert, dass wir keine vergleichbaren Belastungen erwarten. Es sind aber neue Risiken hinzugekommen", sagte er mit Blick auf wachsende Kreditausfälle im Zuge des wirtschaftlichen Abschwungs.
Herbe Verluste im Investmentbanking
Vor Steuern verlor die Bank im Gesamtjahr sogar 5,7 Mrd. Euro, im vierten Quartal 6,2 Mrd. Euro. Dabei erlöste das Institut 2008 durch den Verkauf von Industriebeteiligungen noch 1,3 Mrd. Euro. Im Vorjahr hatte das Haus noch einen Rekordgewinn erzielt.
Die Krise traf das Investmentbanking erneut am härtesten. Das Segment - Hauptstandbein der Bank - erwirtschaftete 2008 einen Fehlbetrag von 8,5 Mrd. Euro nach einem Gewinn von 4,2 Mrd. Euro im Vorjahr. Der Eigenhandel litt stark. Die Bank hat zwar Risikopositionen abgebaut. So schrumpfte der Handelsbestand an Wertpapieren um 142 Mrd. Euro oder 41 Prozent. Die Bank warnte aber vor einem Restrisiko, da die Bestände noch nicht vollständig abgebaut werden konnten.
  • FTD.de, 05.02.2009
    © 2009 Financial Times Deutschland,
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