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Merken   Drucken   04.02.2009, 11:43 Schriftgröße: AAA

Deutsche Bank: Verflixte Kiste Postbank  

Mit einem Kraftakt hat Deutsche-Bank-Chef Josef Ackermann Anfang des Jahres den Einstieg bei der Postbank gesichert. Ein wesentliches Problem hat er aber bislang vernachlässigt: Was tun mit dem Bonner Institut? von Sven Clausen, Tim Bartz und Nina Luttmer
Wenige Wochen hat Deutsche-Bank-Chef Josef Ackermann  noch Zeit für ein Konzept. Ende Februar soll das Closing für den Einstieg bei der Postbank stattfinden - also der 22,9-Prozent-Anteil des Geldinstituts beim Marktführer landen.
Das Problem ist nur: Zwar soll Privatkundenchef Rainer Neske mit seinem Postbank-Pendant Wolfgang Klein über mögliche Kooperationen sprechen. Wirkliche Gestaltungsmacht hat er aber nicht. "Der Anteil erlaubt keinerlei Durchgriffsmöglichkeiten", sagt ein Spitzenmann. Schlimmer noch: Sämtliche Beteiligten müssen höllisch aufpassen, dass die Deutsche Bank  keinen Einfluss auf die Geschäftspolitik nimmt. Tut sie das auf eigene Faust, können die übrigen Aktionäre wegen Bevorteilung eines einzelnen Aktionärs klagen.
Stimmt sie sich dazu sogar mit der Post ab, könnte das ein sogenanntes Acting in Concert und damit ein Übernahmeangebot an die übrigen Aktionäre auslösen. Schließlich halten Deutsche Bank und Post zusammen 62,3 Prozent an der Postbank und damit deutlich mehr als die 30 Prozent, ab denen ein Pflichtangebot ausgelöst wird. Ein solcher Schritt jedoch, bei dem die Bank sämtliche ihr angebotenen Aktien übernehmen müsste, würde das ohnehin arg strapazierte Eigenkapital der Deutschen Bank kaum aushalten.
Die Situation bringt Aufsichtsrat und Vorstand der Postbank  in ein Dilemma. Die Deutsche Bank soll, so der Plan, spätestens in drei Jahren die Mehrheit an der Bank von der Post übernehmen. Die Beteiligten rechnen aber damit, dass schon rasch nach dem Einstieg in diesem Monat die Investoren Josef Ackermann die Frage stellen, was er denn nun mit der Postbank vorhabe. Um Klagen oder ein Acting in Concert zu verhindern, werden Aufsichtsrat und Vorstand in mühevoller Kleinarbeit jede Kooperation vertraglich wasserdicht machen müssen - was nicht gerade hohes Tempo verspricht. Zwei ihrer Topleute will die Deutsche Bank in den Aufsichtsrat schicken, deren Vorsitzender bleibt aber Post-Chef Frank Appel .
Bislang ist noch nicht einmal klar, wo das Haus bei der Deutschen Bank thematisch eingeordnet wird. Zwar wäre es naheliegend, die Bank bei Neske anzusiedeln. Andererseits empfindet sich die Postbank nicht als reine Privatkundenbank. Tatsächlich erzielt sie einen großen Teil ihrer Erträge am Kapitalmarkt und in der Vermögensverwaltung. Gleichzeitig wird in der Branche irritiert registriert, dass die Deutsche Bank weiter munter Werbung für ihre Tochter Norisbank macht - die vor allem im Ratenkreditgeschäft aktiv ist, einem Kernfeld der Postbank. "Da wird es wirklich schwer, eine Lösung zu finden", sagt ein Eingeweihter.

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