Die Deutsche Bank will bis zu 62 Millionen eigene Aktien zurückkaufen. Das Programm werde sowohl über Offenmarkt- als auch Derivategeschäfte in systematischer Weise umgesetzt, teilte die Bank am Mittwoch in einer Pflichtveröffentlichung mit. Die Deutsche Bank hatte sich von der Hauptversammlung im Mai erneut dazu ermächtigen lassen, die Rückkäufe zu tätigen. Der neue Vorstandssprecher der Deutschen Bank, Josef Ackermann, hatte noch am Montag seine Absicht bekräftigt, den Marktwert seines Unternehmens steigern zu wollen. Die Deutsche Bank solle bei der Börsenkapitalisierung vom derzeit 19. Rang in die "Top Ten" der weltweiten Finanzgruppen aufsteigen.
Die Deutsche Bank werde sämtliche Aktienrückkaufaktivitäten so steuern, dass das vom Konzern angestrebte Ziel einer Kernkapitalquote von mehr als acht Prozent weiterhin Bestand habe, hieß es weiter. Der größte Teil des Rückkaufs werde zur Herabsetzung des Aktienkapitals genutzt, während ein kleinerer Teil im Rahmen des Aktienvergütungsprogrammes an Mitarbeiter weitergegeben werde. Finanzieren will die Deutsche Bank den Aktienerwerb mit den Einnahmen aus dem Verkauf ihrer Industriebeteiligungen. Das Institut hatte jüngst erst seine Beteiligung an der Münchener Rück abgestoßen, weitere Platzierung wie etwa des rund zwölfprozentigem Paketes an DaimlerChrysler dürften über kurz oder lang folgen.
Ackermann verteidigte die geplante Entflechtung trotz der aktuell sehr niedrigen Aktienniveaus unter anderem damit, dass die Besteuerung für Kapitalanteilsverkäufe - die zu Beginn dieses Jahres ausgesetzt worden waren - nach der Bundestagswahl im September wieder eingeführt werden könnten. Zudem sei nicht abzusehen, wann sich die Börsen von ihren derzeit niedrigen Ständen wieder erholten, hatte der Vorstandschef hinzugefügt.