Das wäre den Fans jedoch am liebsten. "Er gefällt mir, weil er bodenständig geblieben ist", sagt Evelyn Tur aus Carlsbad, Kalifornien. Sie gehört zu den Veteranen. Seit 25 Jahren hält sie Berkshire-Papiere, seit rund einem Jahrzehnt ist sie jedes Jahr in Omaha dabei. "Heute sind die Aktien unerschwinglich - damals habe ich sie für 30 $ bekommen." Am Freitag schlossen die Berkshire-Aktien der Class A bei 109.250 $, die der Class B bei 3631 $. Die Class-B-Aktien sind mit einigen Beschränkungen ausgestattet.
Zur Veranstaltung gehört auch eine Ausstellung, auf der gut zwei Dutzend der rund 60 Berkshire-Unternehmen ihre Produkte vorstellen. Justin Brands, Hersteller von Westernkleidung, hat sogar zwei Longhornbullen in die Halle gepfercht. Bei der Milchshakekette Dairy Queen gibt es Eis am Stiel.
Buffett, der einst vor dem Derivateboom gewarnt hatte, räumt zwar ein, dass er selbst Derivate nutzt. Doch das explosionsartige Wachstum dieser komplexen Finanzinstrumente beunruhigt ihn: "Wir wissen nicht, wo die Gefahr beginnt oder wann es zu einer Supergefahr wird." Damit steige das Risiko, dass "unangenehme Dinge" am Markt passierten. Für Hedge-Fonds hat der Veteran des Value-Ansatzes, der auf langfristige Anlage in unterbewertete Firmen setzt, wenig übrig: "Es ist ungesund, wenn eine elektronische Herde unterwegs ist, die täglich oder gar stündlich Portfolioentscheidungen trifft."
Seit Buffett 2006 den Großteil seiner Berkshire-Anteile im Wert von rund 37 Mrd. $ der Stiftung seines Freundes, des Microsoftgründers Bill Gates, vermacht hat, muss sich der Großinvestor moralische Fragen gefallen lassen. Berkshire-Aktionäre - darunter Angehörige von Holocaust-Opfern - werfen ihm vor, durch sein Investment in den chinesischen Ölkonzern Petrochina indirekt den Völkermord in Darfur zu unterstützen. Petrochinas Mutter CNPC ist einer der wichtigsten Handelspartner der sudanesischen Regierung. Doch die Kritiker werden als Störenfriede in der Berkshire-Familie empfunden. Mit 98 Prozent lehnen die Aktionäre die Forderung nach einem Petrochina-Ausstieg ab.
Nur das Wetter ist nicht auf Buffetts Seite: Die übliche Après-Party fällt wegen Blitzschlaggefahr aus.