Makoto Fukuda, Chef der Mizuho Bankengruppe
Dabei listete J-Com nur 14.500 Aktien am neuen Markt der Tokioter Börse. Nur dank einer Sperre, die lediglich Kurssprünge von 15 Prozent zulässt, wurden die Aktien zum Tageslimit von 572.000 Yen gehandelt und der Verlust begrenzt. Mizuho startete zwar sofort eine Rückkaufaktion - etwa 100.000 Käufer haben bisher aber nicht auf das Angebot reagiert. Um Preisverzerrungen durch Spekulanten zu vermeiden, nahm die Tokioter Börse die Aktie am Freitag aus dem Handel.
Der Zwischenfall stärkt in Japan Zweifel an den Kontrollmechanismen japanischer Banken und der Tokioter Börse. Auch die Finanzaufsicht FSA ist alarmiert und kündigte bereits an, die Kontrollmechanismen der Broker und Börse zu untersuchen. Erst vorigen Monat war das Handelssystem der Börse ausgefallen. Nun versagten zum einen die Kontrollen bei Mizuho Securities. Nach Angaben von Makoto Fukuda, dem Chef von Mizuhos Broker, ignorierte ein Angestellter die Warnsignale des Handelssystems.
Vorwürfe gegen Tokios Börse
Zum anderen werfen Marktteilnehmer der Börse vor, dass sie trotz des Fehlers die Aktien nicht sofort aus dem Handel genommen hat. Denn so avancierte der Berater, der 2004 nur einen Umsatz von 32 Mio. Euro aufwies, mit einem Handelsvolumen von 421 Mrd. Yen (3 Mrd. Euro) zum am stärksten gehandelten Papier der gesamten Börse.
Mizuho Securities steht jetzt vor dem Problem, den Käufern bis Dienstag die Aktien liefern zu müssen. Da die offenen Optionen ein Mehrfaches des gesamten Aktienbestandes des kleinen Personalberaters ausmachen, ist dies in Anteilsscheinen nicht möglich. Die Börse überlegt daher, die Käufer erstmals in der Nachkriegsgeschichte zur Annahme von Bargeld zu zwingen.
In jedem Fall wird es für Mizuho teuer. Schon die Rückkaufaktion am Donnerstag kostete 27 Mrd. Yen oder vier Prozent des für 2005 prognostizierten Reingewinns der Finanzgruppe. Durch die Verhandlungen mit den offenen Fällen wird der Verlust auf über 30 Mrd. Yen anschwellen, erwartet Fukuda. Immerhin droht keine Schadensersatzklage von J-Com. Dessen Gründer Yasuhiko Okamoto zeigte sich zwar über den Fehler schwer enttäuscht, sagte aber: "Meiner Firma ist kein Schaden entstanden."