Der Mizuho Hauptsitz in Tokyo
Eine staatliche Kapitalspritze will das Unternehmen im Laufe des kommenden Finanzjahres vollständig zurückzahlen, teilte Mizuho am Dienstag mit. Eine grundlegende Neuorganisation in die drei globalen Gruppen Unternehmenskunden, Verbraucher- und Vermögensberatung soll die Expansion zu einer "weltführende Finanzgruppe" vorbereiten.
Als erstes Finanzhaus Nippons gründet Mizuho zudem eine vollständige Privatbank für Superreiche. Durch Allianzen mit den US-Banken
Wachovia, Wells Fargo und Bank of New York soll die Kundschaft mit erstklassigen Finanzinstrumente bedient werden. Der Reingewinn soll so bis 2007 um fast 50 Prozent auf 650 Mrd. Yen (4,7 Mrd. Euro) steigen.
Wachsendes Selbstbewußtsein bei den japanischen Bankern
Die Ansprüche unterstreichen das wachsende Selbstbewusstsein japanischer Banker. Noch 2003 war Mizuho unter der Last fauler Kredite so tief in die roten Zahlen gerutscht wie kein anderes japanisches Institut. Im Ende März abgelaufenen Bilanzjahr 2004 fiel Mizuhos Anteil fauler Ausleihungen an der gesamten Kreditsumme auf unter zwei Prozent - weltweit ein Spitzenwert. Auch die anderen Banken mit Ausnahme der
UFJ halbierten den Anteil fauler Kredite auf unter vier Prozent.
Zugleich schrumpft die Zahl der Firmenpleiten, weil Japans Notenbank seit Jahren billiges Geld in die Wirtschaft pumpt und die Konjunktur kräftig anzieht. Die Folge: Die Banken müssen Kreditkosten nicht mehr ungeplant erhöhen, sondern schreiben sich überschüssige Risikoprovisionen gut. Mit dem Gang an die Wall Street hält sich Mizuho alle Optionen für Zukäufe in den USA offen. Die Großbank könnte damit zum Vorreiter werden, denn seit 15 Jahren haben Japans Finanzhäuser ihre Auslandsaktivitäten zusammengestrichen. Bisher ist einzig die MTFG in den USA notiert.