Allein im zweiten Quartal 2008 meldete die Dresdner Bank operativ 566 Mio. Euro Verlust.
Zwar hatte sich das Institut schon 2001 nach dem Kauf durch die
Allianz von dem Anspruch verabschiedet, die Topliga der globalen Investmentbanken anzustreben. Doch ist Kleinwort noch heute in 16 Ländern präsent. Von den 25.000 Konzernbeschäftigten arbeiten knapp ein Viertel in der Investmentbank. Von den 41.000 Angestellten der
Commerzbank sind 700 Investmentbanker.
Die Wahrscheinlichkeit, dass Dresdner Kleinwort auch in den kommenden Quartalen Verluste produzieren wird, ist groß. Allianz-Risikochef Helmut Perlet rechnet für das dritte Quartal bei einem Andauern der Krise mit erneuten Abschreibungen von 800 Mio. Euro.
Unhandelbare Papiere im Depot
Dresdner Kleinwort hält noch massig Wertpapiere, die kaum handelbar sind - und damit kaum zu bewerten. Klar wird das beim Blick auf das Nettorisiko in Verbriefungsstrukturen, das 6,9 Mrd. Euro beträgt: 2,1 Mrd. Euro davon entfallen auf Collateralized Debt Obligations (CDOs) - Bündel hochriskanter Anleihen. Weitere 1,6 Mrd. Euro stecken in verbrieften US-Wohnungskrediten, die im Zentrum der Finanzkrise stehen. 51 beziehungsweise 45 Prozent dieser Positionen rangieren in der Ratingklasse "BB" oder schlechter - Ramschstatus. Die Aussichten auf eine rasche Erholung von Dresdner Kleinwort gelten daher als schlecht.
Den Vorsteuergewinn mit Privat- und Geschäftskunden konnte die Dresdner Bank von einem ausgeglichenen Wert 2003 auf fast 900 Mio. Euro 2007 steigern. Das Ergebnis der Investmentbank sank dagegen von gut 700 Mio. Euro 2003 auf rund 400 Mio. Euro 2006 und mündete 2007 in knapp 800 Mio. Euro Verlust.