In einem ersten Schritt soll die Commerzbank zunächst 60,2 Prozent am Rivalen übernehmen, im kommenden Jahr dann den Rest. Die Commerzbank steigt durch den Zusammenschluss zur größten deutschen Privatkundenbank nach der Postbank auf. Commerzbank und Dresdner kommen in Deutschland zusammen auf rund zwölf Millionen Kunden. Weit mehr Kunden erreichen noch die 450 Sparkassen und über 1200 Genossenschaftsbanken.
Allianz -Chef Michael Diekmann bezeichnete die Verbindung der beiden Institute als "Meilenstein in der deutschen Bankenkonsolidierung". Nach Angaben des Konzerns liegt der Wert der Synergien zwischen den Banken nach Abzug der anfallenden Restrukturierungskosten bei insgesamt 5 Mrd. Euro.
Vor allem massive Stellenstreichungen sollen dies möglich machen: Rund 9000 Jobs fallen weg, davon 2500 im Ausland, wie die Commerzbank mitteilte. "Rund 70 Prozent davon entfallen auf Abwicklungs-, Steuerungs- und Produktionseinheiten sowie das Investmentbanking", so das Institut.
Dresdner und Commerzbank kommen im Inland zusammen auf 1894 Filialen. Geplant sei eine Reduzierung auf 1200, teilten die Unternehmen mit. Die Marke Dresdner Bank soll voraussichtlich verschwinden.
Die Allianz wird mit knapp 30 Prozent größter Aktionär der fusionierten Bank. Teil des Geschäfts ist, dass der Finanzkonzern Risiken aus Wertpapiergeschäften der Dresdner von bis zu 975 Mio. Euro übernimmt. Zudem erwirbt er für 700 Mio. Euro die Commerzbank-Fondstochter Cominvest.
Der Versicherungskonzern hatte 2001 für 24 Mrd. Euro die restlichen 80 Prozent an der Dresdner Bank erworben, die sie zuvor noch nicht gehalten hatte. Das Kalkül, den Vertrieb von Versicherungsprodukten über die Bankschalter der Dresdner zu forcieren, ging allerdings nie wirklich auf.
Zudem hatte sich die Investmentbanktochter Dresdner Kleinwort massiv mit US-Hypothekenkrediten verspekuliert. Seit Beginn der globalen Finanzkrise musste sie 3 Mrd. Euro abschreiben. Die Gesamtbilanz der Ehe zwischen Allianz und Dresdner sieht düster aus: So erlitt die Dresdner nach Berechnungen der Deutschen Bank seit 2001 im Schnitt einen Betriebsverlust von 742 Mio. Euro jährlich.
Teil 2: Ein zweiter "Champion" wächst heran