EU-Kommissionspräsident Barroso dringt auf eine Vergrößerung des Rettungsfonds
Die Kommissionsbeamten argumentieren, für den künftigen Rettungsfonds sei eine "kritische Masse an eingezahltem Kapital" notwendig. Die Finanzbranche solle einen Teil des Geldes aufbringen, da sie von dem Fonds profitiere. "Es ist im Interesse des Finanzsektors, zu der Existenz eines ultimativen Sicherheitsnetzes beizutragen, die die Fähigkeit der öffentlichen Hand schützt, sie zu retten", heißt es. Wer die Steuer eintreibt, geht daraus nicht hervor.
Die deutschen Privatbanken wiesen die Pläne prompt zurück. "Die derzeitigen finanziellen Krisen einiger EU-Mitgliedsstaaten wurden nicht durch den Bankensektor verursacht. Es handelt sich vielmehr um eine Staatsschuldenkrise", sagte Michael Kemmer, Hauptgeschäftsführer des Bundesverbands deutscher Banken. "Die Stabilisierung dieser Länder liegt im Interesse der gesamten Wirtschaft und kann daher nicht allein auf die Schultern der Banken geladen werden."
Der neue Fonds soll demnach zudem Anleihen der Staaten kaufen dürfen, womit die Europäische Zentralbank von dieser Funktion entbunden würde. Sie kauft seit Mai solche Papiere, um die Kurse von Anleihen angeschlagener Euro-Länder zu stützen. Das Vorgehen ist allerdings innerhalb der Notenbank umstritten.