Die Deutschen hatten die Optionsbörse ISE im Jahr 2007 für seinerzeit 2,8 Mrd. Dollar über ihre 85-prozentige Tochtergesellschaft Eurex erworben. Aus der einstigen Ertragsperle – in Zeiten stark schwankender Handelsumsätze und einem härteren Wettbewerb an den Kassamärkten hatte die ISE die Gewinne zunächst stabilisiert – ist inzwischen ein Sorgenkind geworden. Grund sind maue Umsätze und Marktanteilsverluste: Alleine im dritten Quartal sanken die Handelsvolumina an der ISE um 36 Prozent.
Die Wertminderung bezieht sich auf die immaterielle Vermögenswerte und ist folglich nicht direkt cashwirksam, belastet aber den Überschuss. Zwar sinken auch die latenten Steuerverbindlichkeiten. Unter dem Strich geht die Börse dennoch davon aus, dass sich die Wertminderung mit einem Minus in einer Größenordnung von 220 Mio. Euro auf Basis des IFRS-Konzern-Jahresüberschuss 2010 auswirkt.
Investoren reagierten dennoch entspannt: Die Aktie der Deutschen Börse schloss den Handel um 1,3 Prozent fester, da der Börsenbetreiber bereits im Zuge seiner Quartalszahlen Ende Oktober weitere Abschreibungen in Aussicht gestellt hatte. Doch die jüngste Börsenhausse lief an dem Titel völlig vorbei: Auf Sicht eines Jahres büßte die Aktie sieben Prozent ein - relativ zum Gesamtmarkt schnitt sie sogar 26 Prozentpunkte schlechter ab als der
DAX .
Parallel zur Mitteilung über die Abschreibung kündigte die Deutsche Börse an, für das laufende Geschäftsjahr die Dividende konstant bei 2,10 Euro zu halten. Daraus errechnet sich auf Basis des gestrigen Schlusskurses von 49,89 Euro eine Dividendenrendite von 4,2 Prozent.