Die Ergebnisse der Studie von Marktforscher Moebs Services könnten die Feindseligkeit der Öffentlichkeit gegenüber der Finanzbranche noch steigern. Die Kreditinstitute stehen unter Zugzwang, nach ihrer Rettung durch den Steuerzahler den Verbrauchern leichteren und gerechteren Zugang zu Darlehen zu gewähren.
Derzeit arbeitet die US-Notenbank an neuen Regeln zu Überziehungsgebühren. Sollte der Kongress dem Vorschlag der Regierung Obama zustimmen und die Gründung einer Verbraucherschutzbehörde absegnen, könnten strengere Auflagen für die Gebührenpolitik eine wesentliche Aufgabe dieser Agentur werden.
Der Moebs-Studie zufolge haben im Zuge der Krise viele Banken die Gebühren bei Kontoüberziehung und auf Kreditkartenschulden angehoben, um die eigenen Gewinne zu steigern.
Die mittlere Überziehungsgebühr ist laut Moebs 2009 von 25 auf 26 $ pro Transaktion gestiegen. Das ist der erste Anstieg innerhalb einer Rezession seit über 40 Jahren. Nehmen die Banken dieses Jahr wie in der Studie prognostiziert durch diese Gebühren 38,5 Mrd. $ ein, wäre das fast doppelt so viel wie im Jahr 2000.
"Die Banken kehren zu einem gebührenlastigen Geschäftsmodell zurück, und Überziehungsgebühren sind die Hauptader", sagte Mike Moebs, Gründer des Marktforschers. Diese Gebühren machen für die Banken mehr als drei Viertel der Einnahmen aus Kundeneinlagen aus.