Der Artikel ist an billiger Polemik kaum zu übertreffen. Ich kann verstehen, wenn so etwas in der B Zeitung erscheint. Dort redet man Stammtischphilosophen in den Mund. Die einseitig schlechte Stimmungmache gegen Hedge-Fonds lässt sich in keine Weise halten, trotzdem werde ich hier nicht wissenschaftlich argumentieren, sondern versuche in verständlicher Weise für das Produkt Hedgefonds zu sprechen. Im Artikel werden alle Hedge Fonds Strategien über einen Kamm geschert. Durch geschickte Allokation kann ein Anleger oder Vermögensverwalter Risiken eines Kundenportfolios signifikant vermindern, ohne weniger Ertrag zu erzielen. Hierzu gab es bereits Nobelpreise. So wäre auch der zitierte „Kleinsparer“ mit einem Anteil von 20% Hedgefonds im Portfolio deutlich besser durch die Finanzkrise gekommen, als wenn er (oder seine Pensionskasse), wie geschehen, ausschliesslich in Aktien und Renten angelegt hätte. So haben Aktientitel fast ohne Ausnahme über 50% Wertverluste erlitten, während das Gros der Hedgefonds keine oder nur geringe Verluste in 2008 zeigten. Das belegen nicht nur Indizes, sondern auch das Gespräch mit jedem einzelnen Fondsmanager, der seine Ergebnisse vom Wirtschaftsprüfer zertifizieren lassen muss. Hedgefonds Manager würden gerne ausserhalb des von Ihnen beschriebenen „Verborgenen“ agieren, aber die Regulierungen lassen nur vermögende Anleger zu und verbieten die öffentliche Werbung dieser Fonds. Und leider haben auch immer noch viel zu viele Finanzberater selber keinen Überblick und zu wenig Wissen über diese alternativen Fonds.
Die Finanzkrise nun den Hedgefonds in die Schuhe zu schieben, widerspricht allen Ergebnisses der Aufarbeitung der Krise. Die übermässige Verschuldung der US Gesellschaft und Staat war schon seit Jahren ein Fakt – und die Korrektur hätte früher oder später kommen müssen. Übermässige und mittlerweile allgemein als bremsend für die Entwicklung von Volkswirtschaften betrachtete US Regulierungen wie Sabanne Oxley haben nicht geholfen, im Gegenteil, die beteiligten Gesellschaften wogen sich in (falscher) Sicherheit.
Eine stärkere Regulierung erschwert den effizienten Kapitaltransfer auf der Welt. Es werden dann wieder mehr Gelder in die Illegalität abwandern. Europäische Übrigens, Hedgefonds arbeiten nicht nur von London, sondern grundsätzlich von allen Finanzzentren der Welt. Übrigens wären alle Volkswirtschaften gut beraten, ähnliche Fondskonstrukte zu fördern und zu integrieren, damit Arbeitsplätze zu schaffen und einen Abfluss von Anlagegeldern in das Ausland zu verhindern.